14.03.2003

DEMENTI

Bildquelle: Jowood

Jowood will selbstständig bleiben

In einem Gespräch mit der futureZone hat Jowood-Finanzvorstand Michael Pistauer die am Donnerstag vom "Wirtschaftsblatt" kolportierten "Übernahmegerüchte" als haltlos zurückgewiesen.

Es gebe bloß reine Vertriebspartnerschaften, bei denen eine mögliche engere Zusammenarbeit "nicht ausgeschlossen" werde. Dazu seien aber noch keine konkreten, sondern nur "lose" Gespräche mit allen großen Distributionspartnern geführt worden.

Bekräftigt wurde das Festhalten an den letztes Jahr beschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen. Das "Ausscheren" der Steiermärkischen Bank, die Forderungen in Millionenhöhe aus vorigen Vereinbarungen nicht zurückstellen will, würde ein "gewisses Liquiditätsproblem" darstellen, sei aber nicht geschäftsbedrohend. Weitere Auswirkungen seien im Moment aber "noch nicht abzusehen".

Seit letztem Jahr in der Krise

Jowood hatte bereits am Donnerstag die "Übernahmegerüchte" dementiert: "Im Gegensatz zu anders lautenden Gerüchten in österreichischen Wirtschaftsmedien hält Jowood Productions Software AG an einer Betriebsfortführung unter eigenständiger Struktur fest", teilte das Unternehmen mit.

Jowood war im Jahr 2002 in die Krise geraten, weil sich der Absatz von Computerspielen nicht wie erwartet entwickelt hatte. Im Zuge der Restrukturierung wurden dem Unternehmen bereits Anfang des Jahres drei Mio. Euro an frischem Kapital zugeführt. Die Belegschaft wurde seit Ausbruch der Krise halbiert.

Weitere Kapitalerhöhung

Wie bereits am Mittwoch mit Veröffentlichung einer Einladung zur Hauptversammlung bekannt wurde, plant Jowood Ende März die Beantragung einer weiteren Kapitalerhöhung.

Diese ist laut Pistauer eine "Vorsichtsmaßnahme, um Gespräche über zukünftige Kooperationen intensivieren zu können".

Bis zu fünf Millionen junge Aktien zum Stückpreis von einem Euro sollen genehmigt werden. Das Grundkapital soll damit von derzeit 10,7 Mio. Euro auf bis zu 15,7 Mio. Euro aufgestockt werden.

Jowood, seit dem Börsengang 1997 an der Wiener Börse gelistet, wird zukünftig im "Standard Market Continuous" notieren.