Jowood erklärt sich für gerettet
Jowood konnte im Zuge seiner Kapitalerhöhung mehr als drei Mio. Euro bei Investoren platzieren und sieht seine Zukunft nunmehr gesichert.
Die für die Restrukturierung benötigten 2,5 Mio. Euro seien überschritten worden, gleichzeitig hätten auch die Hausbanken dem umfassenden Finanzierungskonzept zugestimmt und würden die Zusammenarbeit mit Jowood fortsetzen, teilte das an der Wiener Börse notierte Unternehmen mit.
Die Details zu Kapitalerhöhung, Restrukturierungsplan und operativer Entwicklung will Aufsichtsratschef Christian Wolff gemeinsam mit dem neuen Finanzvorstand und Investor-Relations-Zuständigen Michael Pistauer, Vorstand Andreas Tobler und Entwicklungsvorstand Thomas Kirchenkamp am Dienstag in einem Pressegespräch in Wien präsentieren. Pistauer war bisher Geschäftsführer von Deloitte&Touche Corporate Finance und hat gemeinsam mit Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft das Restrukturierungskonzept für Jowood erarbeitet.
Finanzkrise bei JowoodNeuer Spielehit
Parallel zu den laufenden Gesprächen habe sich "Gothic II" zum bisher erfolgreichsten Spiel der Jowood-Geschichte entwickelte.
Bereits im hart umkämpften Weihnachtsgeschäft erreichte das Spiel Platz eins der deutschen Media-Control-Charts - noch vor "Herr der Ringe" und "Harry Potter".
Damit ergebe sich im 4. Quartal 2002 eine eindeutig positive Tendenz, erklärte Jowood in einer Ad-hoc-Aussendung.
"Gothic 2" mit neuem KopierschutzNeue Aktien
Jowood plant im Rahmen der bis Freitagabend laufenden Zeichnungsfrist bis zu fünf Mio. neue Aktien zu einem Ausgabepreis von jeweils mindestens 1,00 Euro bei Investoren zu platzieren.
Die Aufstockung des Grundkapitals um bis zu fünf Mio. Euro auf bis zu 12,64 Mio. Euro war kurz vor Weihnachten in einer außerordentlichen Hauptversammlung von den Aktionären beschlossen worden.
Jowood plant KapitalerhöhungKrisenjahr 2002
Jowood hatte in den ersten drei Quartalen 2002 einen operativen Verlust von 42,9 Mio. Euro angehäuft. Sanieren will sich das Unternehmen nach bisherigen Angaben durch eine "massive Fokussierung auf das Entwicklungsgeschäft mit einer Zusammenlegung mehrerer Standorte".
Das Motto lautet dabei nach eigenen Angaben: "Konzentration auf Computerspiele im oberen Preissegment". Angekündigt wurde auch der Abbau von rund der Hälfte der bisher rund 280 Mitarbeiter. Am Freitag hatten die Jowood-Aktien an der Wiener Börse überraschend stark um 25,88 Prozent auf 1,07 Euro zugelegt.
Jowood mit Umsatz- und Gewinnwarnung
