Große Töne auf der Cebit
Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat am Dienstag die weltgrößte Computer- und Technologiemesse Cebit eröffnet. Beinahe ebenso groß waren die Ankündigungen.
Binnen eines Jahres solle die elektronische Signatur via Bankomatkarten durchgesetzt werden, ebenso eine Patienten-Card, die jährlich eine Milliarde Euro Einsparungen bringen werde.
"Schon im kommenden Monat werden wir mit Partnern aus der Wirtschaft sowie mit Ländern und Gemeinden ein Signaturbündnis schließen", sagte Schröder. Ziel sei, dass von 2004 an zunächst in größerem Umfang Bankkarten mit elektronischer Unterschriftenfunktion für eine Vielzahl von Anwendungen genutzt werden können.
Signatursystem
Politik und Wirtschaft würden sich dafür auf ein System
verständigen, das elektronische Unterschriften universell verwendbar
mache. Die nächste Generation von Bankkarten mit elektronischer
Signaturmöglichkeit werde auch das Online-Banking von zu Hause aus
oder Einkäufe über das Internet sicherer machen, sagte Schröder.
Wie der deutsche Branchenverband Bitkom die Lage siehtPatienten-Chipkarte
Mit der elektronischen Patienten-Chipkarte für deutschlandweit 70 Millionen Menschen, die im Zuge der geplanten Gesundheitsreform eingeführt werde, ließen sich jährlich eine Milliarde Euro im Gesundheitswesen einsparen, sagte Schröder.
Der deutsche Branchenverband Bitkom hatte zuvor am Dienstag erneut von der Bundesregierung mehr Anstrengungen für die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien gefordert. Im Gesundheitswesen sei Deutschland bei deren Anwendung Schlusslicht in Europa. In den Schulen rangiere Deutschland an drittletzter Stelle.
Pauschalabgabe bleibt
Die Regierung wird laut Schröder trotz der Proteste aus der
Wirtschaft an der Umsetzung der EU-Richtlinie zum Urheberrecht mit
Pauschalabgaben auf Geräte festhalten. Eine Einzelvergütung sei
technisch bisher nicht möglich. Allerdings werde die Bundesregierung
bei der Höhe der Abgabe auf ein vernünftiges Verhältnis zum
Verkaufspreis achten.
"Ein bisschen Terror ist gut fürs Geschäft" der Unterhaltungselektronik-Branche auf der CeBIT
