04.03.2003

WACHSTUM

Bildquelle: CeBIT

IT in Europa schwächer als weltweit

Die Informationstechnik- und Telekommunikationsbranche [ITK] in Europa wird nach Angaben des deutschen Branchenverbandes Bitkom in diesem Jahr schwächer wachsen als der Weltmarkt.

Ein Grund für die Schwäche seien die besonderen Probleme des deutschen Marktes, teilte Bitkom im Vorfeld der weltgrößten Computermesse Cebit in Hannover mit. Der überaus starke Rückgang der Ausstellerzahl bei der Messe um fast 20 Prozent von 7.910 auf 6.526 gehe vor allem auf das Wegbleiben deutscher Unternehmen zurück.

Für 2003 prognostiziert Bitkom unter Berufung auf das EITO-Institut einen Zuwachs der ITK-Branche um 2,9 Prozent, für 2004 von 4,4 Prozent. Weltweit dürfte die Branche den Prognosen zufolge in diesem Jahr 4,5 Prozent auf 2,25 Billionen Euro, im folgenden Jahr um 5,7 Prozent auf 2,38 Billionen Euro zulegen.

Lage in Deutschland als Bremse

Dagegen sind die Erwartungen für den ITK-Markt in Deutschland wesentlich geringer. "Der deutsche Markt wird allerdings weiterhin keinen Anschluss an die EU-weit gültigen Zuwachsraten finden", sagte Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms.

Deutschland habe als einziges europäisches Land 2002 einen Rückgang des Marktes im Bereich zwischen einem und zwei Prozent verzeichnet. Konkrete Zahlen will Bitkom kommende Woche auf der Cebit vorlegen. Zuletzt war 2002 ein Rückgang um 1,3 Prozent auf 136 Milliarden Euro erwartet worden.

Für 2003 sei in Deutschland allenfalls mit einer "schwarzen Null", also einem nur geringen Wachstum unterhalb von einem Prozent, zu rechnen. Damit habe eine scheinbar unumstößliche Regel ihre Gültigkeit verloren, wonach die ITK-Branche über Jahre hinweg drei bis fünf Mal stärker gewachsen sei als die deutsche Volkswirtschaft.

Inzwischen habe sich die Branche aber konsolidiert und damit auch an Reife gewonnen, sagte Harms. Es gebe weiterhin Wachstumsbereiche, etwa die Telekommunikationsdienste und den Servicesektor. Rückläufig entwickele sich der Bereich Hardware sowohl bei den Endgeräten als auch bei der Infrastruktur für Netzwerke. Nur noch ein Viertel des Branchenumsatzes werde mit Hardware gemacht. Der Großteil fließe in Software und Dienstleistungen.