"Eingefrorene Technologie"
Nach der Columbia-Katastrophe setzen die US-Behörden die Bergung der Trümmerteile der abgestürzten Raumfähre mit Hochdruck fort.
Die US-Raumfahrtbehörde NASA erwartet davon Aufschlüsse über das Unglück. Sicher scheint nur, dass es kurz vor der Katastrophe technische Schwierigkeiten gab. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf Probleme mit der linken Tragfläche.
Die Columbia war am Samstagnachmittag [MEZ] aus 63 Kilometern Höhe über dem Bundesstaat Texas abgestürzt.
Mehr dazu bei ORF.atWärmeschutz der "Columbia" angeblich veraltet
Die Katastrophe der US-Raumfähre hätte nach Ansicht einer deutschen Expertin mit einem modernen Wärmeschutz verhindert werden können:
"Die Technologie des Space-Shuttles wurde 1974 eingefroren. Auch die Fähre selbst ist über 20 Jahre alt. Ein modernes Fahrzeug wäre auf jeden Fall sicherer gewesen", sagte Monika Auweter-Kurtz vom Institut für Raumfahrtsysteme der Stuttgarter Universität in einem dpa-Gespräch.
Der Hitzeschutz dieser Raumfähre bestehe aus Keramikkacheln aus Glasschaum. "Auf diesem Gebiet sind wir inzwischen, gerade bei uns in Deutschland, sehr viel weiter. Heute verwenden wir Kohlenstofffasern, die oxidationsgeschützt sind", sagte die Professorin, die auch für die NASA und die japanische Raumfahrtbehörde NASDA arbeitet.
Die Technik der Raumfähre Columbia8086-CPUs
Die Computer der "Columbia" waren zwar nach irdischen Maßstäben veraltet. Trotzdem sieht Auweter-Kurtz genau wie ihre Kollegen weltweit hier derzeit nicht die Ursache für den Absturz
Die "New York Times" berichtete letztes Jahr sogar, dass die NASA verzweifelt nach Ersatzteilen für ihre Shuttle-Anlagen bei Ebay suche. Dabei geht es um längst ausgediente 8086-CPUs und Uralt-Platinen.
Dabei interessierte sich die NASA selten für einzelne Uralt-Rechner aus dem Keller, sondern gleich stapelweise für Ersatzmaterial. Mittlerweile hat die Raumfahrtbehörde eine beachtliche Anzahl von 8086-Chips gehortet.
Als das erste Spaceshuttle der NASA in den frühen 1980er Jahren ins Weltall abhob, war Intels 8086-Chip unter anderem für den Funktionscheck des Raketenantriebs vor dem Start verantwortlich. Daran hat sich bis heute anscheinend nichts geändert, berichtete die "New York Times".
NASA sucht Shuttle-Ersatzteile bei EbayKnotenpunkt
Derzeit arbeitet die US-Raumfahrtsbehörde auch am sogenannten OMNI-Projekt, das den Abruf von Informationen von Geräten im Orbit oder Weltraum erleichtern soll. Die Wissenschaftler sollen diese Daten künftig über einen Standard-Webbrowser abrufen und weiterleiten können.
Die dafür nötigen Technologien wie Standard-Internet-Protokolle und Linux-Systeme wurden in der jüngsten Mission STS-107 des Spaceshuttles Columbia getestet und wandelten das Shuttle in einen Internetknotenpunkt im All um.
Die dafür nötige Technologie war natürlich als völlig separates System zu den Steuerrechnern der Raumfähre angelegt.
Die Columbia hatte auch einen PC mit einem 233 MHz-Prozessor und 128 MB Arbeitsspeicher sowie Red Hat-Linux als Betriebssystem an Bord.
NASA-Spaceshuttle mit Internet verbunden
