13.01.2003

CASE GEHT

Bildquelle: APA

AOL-Time-Warner-Chef tritt zurück

Steve Case will im Mai auf der Hauptversammlung des weltgrößten Medien- und Online-Unternehmens AOL Time Warner Inc. als Verwaltungsratsvorsitzender zurücktreten.

Er will jedoch Mitglied des Aufsichtsgremiums und gemeinsamer Leiter des Strategieausschusses im Verwaltungsrat bleiben. Das hat AOL Time Warner am Sonntagabend in New York mitgeteilt.

Case, der ehemalige Chef der Online-Firma America Online, hatte den Kauf des amerikanischen Medienkonzerns Time Warner im Jänner 2001 für 103 Milliarden Dollar [98,6 Mrd Euro] eingefädelt. Der monumentale Zusammenschluss hatte jedoch sehr enttäuschende Ergebnisse gebracht.

"Im besten Interesse der Gesellschaft"

Case hatte den Unternehmenschef Richard Parsons und den Verwaltungsrat von seiner Entscheidung informiert. Er begründete den Rücktritt damit, dass das Unternehmen in dieser kritischen Zeit keine Ablenkungen brauche.

Einige Aktionäre konzentrierten ihre Enttäuschung über die Leistungen des Unternehmens nach dem Zusammenschluss auf ihn persönlich, erklärte er. Sein Rücktritt sei im besten Interesse der Gesellschaft.

Der Zorn der enttäuschten AOL-Time-Warner-Aktionäre hatte sich vor allem auf Case konzentriert. Er hatte mit den während der Internet-Spekulationsphase dramatisch gestiegenen America-Online-Aktien den weltgrößten Medienriesen Time Warner geschluckt, ehe die Spekulationsblase platzte.

Machtkampf der Fusionspartner

Case ist der letzte der ehemaligen America-Online-Spitzenmanager, der bei AOL Time Warner noch eine führende Rolle gespielt hatte. Inzwischen besteht das gesamte Spitzenmanagement aus Time-Warner-Führungskräften.

Gerald Levin, der frühere Time-Warner-Chef und spätere Unternehmenschef von AOL Time Warner, war 2002 ausgeschieden. Er hatte gemeinsam mit Case den Zusammenschluss von America Online und Time Warner durchgedrückt.