17.12.2002

FAIR USE RULEZ

Bildquelle: fuZo

Freispruch im E-Book-Prozess

Die russische Softwarefirma Elcomsoft ist von einem Gericht in den USA freigesprochen worden.

Elcomsoft hatte eine Software entwickelt, die es ermöglicht, den Passwortschutz so genannter E-Books zu entfernen. Die US-Staatsanwaltschaft und Hersteller Adobe warfen dem russischen Unternehmen vor, damit gegen US-Gesetze verstoßen zu haben.

Der Fall wurde als wichtiger gerichtlicher Test für den umstrittenen "Digital Millennium Copyright Act" [DMCA] gesehen, der den Verkauf von Softwareprodukten zur Umgehung von Kopierschutz-Mechanismen verbietet.

"Rechtelose E-Book-Besitzer"

Die Kläger hatten versucht zu beweisen, dass die Software von Elcomsoft illegal sei, weil sie dem Benutzer erlaubt, das Dokument auszudrucken und zu verteilen, und dadurch Piraterie begünstige.

Die Verteidigung argumentierte, das Programm befähige lediglich Besitzer des Programms Adobe E-Book Reader, Kopien für den eigenen Gebrauch herzustellen. Eine Back-up-Kopie oder die Übertragung auf ein anderes Gerät sei im Konzept des "Fair Use" des Copyright-Gesetzes durchaus erlaubt.

Dennis Strader, Vorsitzende der Jury, meinte, dass das Argument einen großen Einfluss auf die Entscheidung der Geschworenen hatte. "Unter den E-Book-Formaten hat der User gar keine Rechte, und die Jury hatte ein Problem mit diesem Konzept", so der Vorsitzende.

20 verkaufte Einheiten

Die Software von Adobe, um E-Books lesen zu können, ist zwar kostenlos, doch das Programm zur Erstellung kostet bis zu 10.000 USD.

Die Software von Elcomsoft war im Sommer 2001 für 99 USD in den USA erhältlich. Nach zehn Tagen musste das Programm aber vom Markt genommen werden. Weltweit wurden während dieses Zeitraums 20 Kopien verkauft, neun davon in den USA.