Astra 1K verfehlte Umlaufbahn
Der größte jemals für zivile Zwecke hergestellte Satellit "Astra 1K" hat nach dem Abheben in Kasachstan seine Umlaufbahn verfehlt.
Der vom Weltraumbahnhof Baikonur gestartete Satellit habe seine angestrebte Position in 36.000 Kilometer Entfernung von der Erde wegen "einer Anomalie" bei einer der Zündungen nicht erreicht.
Während Hersteller Alcatel Space betont, dass das Gerät zwar auf einer niedrigeren Umlaufbahn, jedoch "unter Kontrolle" sei, rechnen Experten der russischen Raketentruppen inzwischen mit einem Absturz des mehr als fünf Tonnen schweren Astra 1K.
110 Millionen Euro
Die Trägerrakete Proton mit Astra 1K war um 4.04 Uhr Ortszeit
[0.04 Uhr MEZ] gestartet. Über den 110 Millionen Euro teuren
Satelliten mit einer Spannbreite von 37 Metern sollten im Auftrag
des Satellitenbetreibers SES Global in ganz Europa Fernsehprogramme
und Multimedia-Inhalte empfangen werden können.
Astra 1K startet am 24. NovemberIn 180 Kilometer Höhe über der Erde
Nach russischen Presseberichten blieb der Satellit in 180 Kilometer Höhe über der Erde hängen, "wo er völlig nutzlos ist".
Alle drei Stufen hätten plangemäß gezündet, teilte die russische Raumfahrtagentur Rosawiakosmos mit.
Probleme seien aufgetreten, als ein weiterer Antriebsblock beim zweiten Einschalten nicht richtig funktioniert habe. Dadurch habe sich der Satellit vorzeitig von seinem Antrieb getrennt.
Der Satellit sollte auf der Astra-Orbitalposition 19,2° Ost zum Einsatz kommen. Der Footprint des Astra 1K sollte einerseits Osteuropa "bis hinter Moskau", andererseits den spanischen Raum umfassen. Bis zu 112 Fernsehkanäle vor allem in Mittel- und Osteuropa sollten übertragen werden.
Internet via Satellit
Wer Internet via Satellit nutzen möchte, benötigt neben einem
herkömmlichen Modem und einem entsprechenden Vertrag mit einem ISP
eine Satellitenschüssel mit digitalem LNB sowie entsprechende
PC-Hardware [interne PCI-Steckkarte oder externe USB-Box].
Satelliten als "Internet-Turbo"Große Pläne in Österreich
Seit einiger Zeit bietet Astra europäischen ISPs [Internet-Service-Providern] die Möglichkeit, via Astra-Satelliten Internet-Breitbandanbindungen für Konsumenten anzubieten. Dabei werden nun auch "Teile" von Transpondern vermietet, während Kunden früher ganze Transponder-Bandbreiten mieten mussten.
Anfang 2003 soll in Wien eine Uplink-Station errichtet und von einem "in Wien und europaweit tätigen Kabelnetzbetreiber" - aller Wahrscheinlichkeit UPC Telekabel - gemanagt werden.
Geplant ist weiters die Gründung des Astra-Vertriebsbüros für CEE [Zentral- und Osteuropa], das eigentlich die Kapazitäten des Astra 1K vermarkten sollte.
Der Satellit soll zwar voll versichert gewesen sein, ob die Pläne in Österreich mit dem möglichen Absturz des Satelliten auf Eis gelegt oder in anderer Form umgesetzt werden, ist bisher nicht bekannt.
