Alternative Telcos keine "Preisterroristen"
"Wer Wettbewerb als 'Preisterrorismus' denunziert, stellt sich selbst ins monopolistische Eck," erklärte heute VAT-Präsident Jorgen Bang-Jensen zu den Ergebnissen einer Studie des Beratungsunternehmens Kreutzer, Fischer & Partner.
In dieser wird eine negative Bilanz der Telekom-Liberalisierung gezogen und alternative Telekomanbieter werden ausdrücklich als "Preisterroristen" bezeichnet.
"Mit dieser Aussage macht man die österreichischen Telekom-Kunden, die sich in den letzten Jahren durch den Wettbewerb der Anbieter mehr als fünf Mrd. Euro erspart haben, pauschal zu Nutznießern und Komplizen 'terroristischer' Handlungen - dieser absurde Zusammenhang ist eine unerhörte Geschmacklosigkeit," meint Bang-Jensen.
"In Wahrheit ist diese so genannte Marktanalyse nichts Anderes als eine plumpe Gefälligkeitsstudie, die überdies aus falschem und unvollständigem Datenmaterial falsche Schlussfolgerungen zieht," so Bang-Jensen weiter.
"Dabei sind sämtliche erforderlichen Daten im aktuellen Kommunikationsbericht und in den Bescheiden der Regulierungsbehörde, an die ja alle Telekomunternehmen wahrheitsgetreu berichten müssen, leicht nachzuschlagen", meint der VAT-Präsident.
Die Studie: Telekom-Liberalisierung am PrangerTA ist nicht der Auftraggeber
Die TA ist allerdings nicht der Auftraggeber der Studie, sie wurde von Kreutzer, Fischer & Partner laut VAT für die "Eigenwerbung" erstellt.
Das Beratungsunternehmen hat bereits vor einigen Monaten eine Studie veröffentlicht, wonach die Telekom Austria die größte Kundenzufriedenheit unter allen österreichischen Telekommunikationsunternehmen aufweise.
Branchenradar von Kreutzer, Fischer & PartnerZahlen im Vergleich
Als Beispiele für den sorglosen Umgang mit Zahlen im "Branchenradar" nennt Bang-Jensen die Angaben über Verkehrsvolumen, Festnetz-Telefontarife, Umsätze und den Marktanteil der Telekom Austria:
"Tatsächlich stieg das gesamte Verkehrsaufkommen zwischen 1998 und 2001 um 159 Prozent, und nicht um 60 Prozent, hingegen sanken die Festnetz-Telefontarife um 60 Prozent, und nicht wie kolportiert um 30 Prozent," sagt der VAT in einer Aussendung und verweist dabei auf die Zahlen im Kommunikationsreport der Regulierungsbehörde.
Auch bei den Umsätzen gibt es demnach entgegen den Zahlen der Studie ein deutliches Wachstum von 41 Prozent, und der umsatzbezogene Marktanteil der Telekom Austria beträgt im Festnetz nach wie vor mehr als 70 Prozent, und nicht wie im "Branchenradar" behauptet 54 Prozent, stellt der der VAT fest.
Aktueller Kommunikationsreport der RegulierungsbehördeWieviel investiert wurde
Laut der Kreutzer-Studie sind die Investitionen seit 1998 stets zurückgegangen und hätten im Jahr 2001 nur mehr 550 Mio. Euro betragen, stellt deer VAT weiter fest.
"Tatsächlich beliefen sich die Investitionen allein im Festnetz auch im Jahr 2001 immer noch auf fast 800 Mio. Euro. Die Gesamtinvestitionen der Telekom-Betreiber wuchsen von 1998 auf 2001 um ca. 23 Prozent, sodass in diesem Zeitraum insgesamt ca. 7,2 Mrd. Euro investiert worden sind," heißt es in der VAT-Aussendung weiter - wieder in Bezug auf den Kommunikationsreport der Regulierungsbehörde
"Zwar gab es von 2000 auf 2001 einen Rückgang der Investitionen, aber selbst 2001 - einem schwierigen Jahr für die Telekombranche - überstieg die Investitionsquote auf den Telekom-Märkten mit ca. 59 Prozent jene der Gesamtwirtschaft mit ca. 24 Prozent noch immer um mehr als das Doppelte.
Dabei haben im Jahr 2000 die alternativen Betreiber um zirka 260 Mio. Euro mehr investiert als die gesamte Telekom Austria-Gruppe, im Jahr 2001 noch immer um 216 Mio. Euro mehr," sagt der VAT im weiteren.
Die TA hat in diesem Zusammenhang vor rund zwei Wochen den [noch] amtierenden Regulator Heinrich Otruba massiv angegriffen: "Wir müssen eine Regierungspolitik haben, die Investitionen fördert. [So, wie das läuft] funktioniert das nur, wenn man von der WU [Wirtschaftsuniversität] kommt und nicht viel Ahnung von der Telekommunkationsbranche hat."
Telekom Austria mit Regulator unzufriedenFazit
"In diesem Licht gesehen ist die in der Kreutzer-Studie gezogene
negative Bilanz der Telekom-Liberalisierung eine falsche
Schlussfolgerung. Das Gegenteil ist richtig, denn es war gerade der
durch die alternativen Betreiber ausgelöste Wettbewerb, der den
Kunden niedrigere Telefonkosten, dem Arbeitsmarkt mehr Jobs und der
Volkswirtschaft mehr Investitionen gebracht hat", erklärte
Bang-Jensen abschließend.
VAT
