AOL Time Warner soll AOL loswerden
Marktexperten in den USA raten AOL Time Warner, den Verlust bringenden Bereich America Online [AOL] abzustoßen.
Das einst dynamische Internet-Zugangsgeschäft droht die Aktie des Medienkonzerns immer weiter nach unten zu ziehen. "Sie sollten den Unternehmensbereich America Online ausgliedern, um die Wachtumszahlen des Konzerns nicht immer wieder zu verderben", so Michael Gallant, Analyst bei CIBC World Markets, gegenüber der US-Tageszeitung "Wall Street Journal" [heutige Ausgabe].
Ein Sprecher von AOL erklärte dagegen: "Ein solcher Schritt wird von uns nicht erwogen."
Kreative Buchführung
Der weltgrößte Medienkonzern, AOL Time Warner, hat Berichte
zurückweisen müssen, wonach auch dieser Konzern Umsätze aufgebläht
haben soll.
AOL in TroublesAOL hatte Time Warner übernommen
Unternehmensnahe Kreise halten einen solchen Schritt wegen der derzeitigen Schuldenlast von 28,5 Milliarden für nicht realisierbar. Vor 19 Monaten hatte der Onlinedienst den Medienkonzern Time Warner übernommen.
Die Verschmelzung der beiden Firmen wurde im Zuge eines Aktientausches vollzogen, der ein Volumen von rund 350 Milliarden hatte. Damals war America Online noch weitgehend schuldenfrei.
Doch allein die Übernahme der Bertelsmann-Anteile aus dem europäischen Joint Venture kostete den weltgrößten Onlinedienst fast sieben Milliarden.
Machtwechsel bei AOL Time Warner
Der Machtwechsel im weltgrößten Medienkonzern AOL Time Warner,
der am vergangenen Freitag erfolgte und Manager der "alten
Wirtschaft" [zurück] an die Spitze brachte, kann auch als Teil der
Abwicklung der New Economy verstanden werden.
Die Austreibung der New EconomyLoslösung nicht ausgeschlossen
Doch ein Breakup wird bei AOL Time Warner nicht wirklich ausgeschlossen. Während es gegenwärtig keine konkreten Pläne für eine derart radikale Umstrukturierung gebe, könnte ein solcher Schritt im nächsten oder übernächsten Jahr notwendig werden, hat das "Wall Street Journal" weiter aus dem Konzern erfahren.
Dies dann, wenn das gesamte Unternehmen weiter für weniger als die Summe seiner Teile an der Börse gehandelt wird. Es würde dann einfach keinen Sinn mehr machen, America Online zu besitzen.
