18.04.2002

SYNERGIEN

Bildquelle: dt

"Teuton-Mobile" und ein EU-Handytarif

Mit Partys in London, Wien und Prag wird die Deutsche Telekom heute die Umstellung auf eine einheitliche Europamarke für ihre Tochter T-Mobile feiern.

Damit verschwinden die bisherigen Firmennamen der britischen One2One, von max.mobil und der tschechischen RadioMobil von der Landkarte. Etwas Zeit lässt sich die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom noch in den USA.

Dort ist sie bisher mit dem Markennamen VoiceStream vertreten und will im Juni/Juli mit dem Konzernnamen die Märkte Kalifornien und Nevada erobern, wo der deutsche Konzern bisher nicht vertreten war. Die komplette Umstellung der Marke VoiceStream soll im zweiten Halbjahr 2002 erfolgen.

T-Mobile verspricht sich weit reichende Synergieeffekte und verspricht mittelfristig auch Tarifangleichungen. Unterdessen gibt es aber auch skeptische Stimmen, die auf mögliche Akzeptanzprobleme hinweisen.

"Teuton-Mobile" und die Europäer

Experten sind über den Sinn des Kraftaktes uneins und verweisen auf nationale Vorbehalte gegen eine "deutsche" Mobilfunkmarke.

Joachim Koller vom Bankhaus Merck Finck & Co in München zeigt sich skeptisch: "Europa ist noch immer ziemlich beeinflusst von nationalem Denken", sagt der Telekom-Experte.

"Österreicher und Briten sind vielleicht auch gar nicht so wild darauf, von einer Firma mit deutschem Namen zu kaufen. Der Schuss könnte auch nach hinten losgehen."

Für Hallmann sei der Name T-Mobile "nicht als ursprünglich deutsches Unternehmen zu erkennen.

Dass T-Mobile als "Teuton-Mobile" gehandelt werden könnte, ist für Frank Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin allerdings noch keine beschlossene Sache.

Marketing

T-Mobile, aber auch der größte Konkurrent Vodafone, der derzeit in Deutschland "D2" in "Vodafone" umbenennt, verweisen unterdessen auf angeblich massive Synergieeffekte in der Vermarktung.

Außerdem soll die Vereinheitlichung der Marke eine "Vereinfachung der Produktpalette und langfristig auch der Tarife" bringen.

Zunächst dürften allerdings vor allem die Marketing-Aktivitäten internationaler werden.

Nationale Tarife ausgelutscht

T-Mobile will im Zuge der Umbenennung auch eine Senkung der Roaming-Tarife ankündigen:

"Die Senkung der Inlandstarife interessiert den Kunden nicht mehr, das Thema ist ausgelutscht", kommentierte max.mobil-Vorstand Georg Pölzl vorgestern die Thematik.

Handlungsbedarf gebe es hingegen bei den Roaming-Gebühren: "Das Handy wird derzeit im Ausland kaum verwendet, weil die Tarife zu teuer und zu intransparent sind", so Pölzl. Netzbetreiber müssten daher künftig "einheitliche Tarife" in Europa oder den USA anbieten.

Eine europaweite Vereinheitlichung müsste auch bei den Zahlungslösungen via Handy passieren, bemerkte Pölzl. Durch einen Schulterschluss der Branche müssten sich künftig "Industriestandards bei Zahlungslösungen" herauskristallisieren, so Pölzl.