Pop-ups installieren Software
Angesichts der schrumpfenden Einnahmen in der Online-Werbung ist seit rund einem Jahr eine sprunghaft gestiegene Experimentierfreudigkeit unter den Werbetreibenden zu beobachten.
Nach Fenstern, die sich zunächst verstecken und bisher höchstens von Porno-Sites verwendet wurden, Elementen, die sich über ganze Seiten bewegen, und immer größeren und vielfältigeren Banner-Formaten scheint sich mit den "Pop-up-Downloads" schon die nächste Eskalationsstufe anzukündigen.
Diese Werbeform fängt schon nach einem Klick auf ein Pop-up mit dem Download von Software oder Bildern an, die das entsprechende Produkt bewerben.
Einige Anbieter gehen sogar noch einen Schritt weiter und leiten die Installation der heruntergeladenen Software ohen weiteres Zutun des Nutzers ein. Diese Variante wird von Sicherheitsexperten schon als "Drive-by-Download" beschrieben und in Werberkreisen "One-Click-Download" genannt.
Alles, was sich verkauft
"Pop-up-Downloads" sind allerdings bisher nicht auf seriöseren Sites aufgetaucht, hier sind immer [noch] höchstens "Pop-downs", also Werbefenster, die sich unter dem aktiven Fenster öffnen, und Elemente, die sich über die ganze Seite bewegen, zu finden - wobei allerdings die Reaktionen der Nutzer oft schon sehr negativ ausfielen.
Beobachter wie das "Internet Advertising Bureau" [IAB] begrüßen diese Experimente grundsätzlich, wenn auch nicht immer im Detail: IAB-Chef Robin Webster wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ohne "Trial and error" kein Fortschritt erzielt würde und Fehlschläge ein natürlicher Bestandteil dieses Prozesses seien.
Das IAB ist eine Non-Profit-Organisation, die Online-Werbeformate standardisiert, um die reibungslose und effiziente Abwicklung von Werbung im Netz zu erleichtern.
Online-Werbung wird neu erfundenGute schlechte Sitten definieren
Gator, ein Unternehmen, das sich der "Pop-up-Downloads" bedient, hat jetzt eine Initiative ins Leben gerufen, die wenigstens bestimmte Basisregeln für das Genre der "Pop-up-Downloads" definieren soll.
Dabei geht vor allem darum, die "Drive-by Downloads" zu verbannen und um die Praxis, verwirrend viele Pop-ups zu verwenden, sodass der Nutzer im Zweifelsfall gar nicht mitbekommt, von woher der Download kam.
Gator: "Rules of Engagment"
