28.02.2002

ON STAGE

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Grammys verteufeln Musik-Downloads

Die Verleihung der führenden Musikindustriepreise, der "Grammys", wurde gestern von der Branche auch dazu benutzt, auf die nach eigenen Angaben schlechte ökonomische Situation hinzuweisen und auch gleich die Schuldigen zu bennen.

Dabei standen allerdings wieder einmal die kostenlosen Downloads von Musik aus dem Netz im Vordergrund, das private Brennen von Musik-CDs wurde während der Zeremonie nicht erwähnt.

Michael Greene, Präsident der Recording Academy, welche die Grammys verleiht, wies auf die jüngst vorgelegten Umsätze der US-Musikindustrie hin, die durch File-Sharing massiv zurückgegangen seien.

Um die Gefahr zu illustrieren, erzählte Green von einem "Experiment" der Academy, für das drei Studenten angeheuert wurden, die in zwei Tagen möglichst viele Songs aus dem Netz laden sollten und dabei insgesamt auf 6.000 Downloads kamen.

Gefahr für Newcomer

"Viele der Nominierten und dabei insbesondere die Newcomer sind [durch die Downloads] akut gefährdet, aus dem Geschäft gedrängt zu werden", zog Green die Schlussfolgerung aus dem Download-Experiment.

Die US-Musikindustrie hat im Jahr 2001 rund 968,58 Millionen Tonträger und damit um 10,3 Prozent weniger Einheiten verkauft als im Vorjahr.

Die Umsätze gingen dabei um 4,1 Prozent von 14,3 auf 13,7 Milliarden USD zurück.

Kommerzielle Downloads ohne Dynamik

Während die Industrie ihre Verluste durch kostenlose Downloads und CD-Brenner beklagt, scheinen ihre eigenen kostenpflichtigen Download-Plattformen nicht wirklich zu zünden - bisher hat jedenfalls keines der großen Projekte [Pressplay und MusicNet] Nutzerzahlen bekannt gegeben, was auf eine magere Bilanz hindeutet.