Umsatzrückgang bei US-Musikindustrie
Die US-Musikindustrie hat im Jahr 2001 rund 968,58 Millionen Tonträger und damit um 10,3 Prozent weniger Einheiten verkauft als im Vorjahr.
Die Umsätze gingen dabei um 4,1 Prozent von 14,3 auf 13,7 Milliarden USD zurück.
Den Hauptgrund für diese Einbußen sieht die Recording Industry Association of America [RIAA] in Gratis-Downloads aus dem Internet und dem Kopieren von CDs.
Die weltweite Piraterie kostet die amerikanische Musikindustrie laut RIAA jährlich rund vier Milliarden USD.
2.225 Musikkonsumenten befragt
Die Einschätzung basiert auf einer Befragung von 2.225
Musikkonsumenten im Alter zwischen zwölf und 54 Jahren, die im
Auftrag der RIAA vom Marktforschungsinstitut Peter Hart Research
hinsichtlich ihres Kaufverhaltens befragt wurden.
Die Studie23 Prozent kaufen keine CDs mehr
Es gebe keine einfache Erklärung für die Verschlechterung der Verkaufszahlen, räumte RIAA-Präsidentin Hilary Rosen ein. Die Konjunktur sei schwach gewesen, und die Terrorattacken vom 11. September hätten die Pläne für das vierte Quartal durchkreuzt, aber ein wesentlicher Faktor seien die Online-Piraterie und das Brennen von CDs gewesen.
"Wenn 23 Prozent der befragten Musikkonsumenten angeben, dass sie nicht mehr Musik kaufen, weil sie Musik aus dem Internet herunterladen oder gratis kopieren, können wir den Einfluss auf den Markt nicht ignorieren", so Rosen.
Problem: CD-Brenner
Rund die Hälfte jener, die im vergangenen Jahr Songs aus dem
Internet heruntergeladen haben, haben diese laut der RIAA-Studie
auch auf CD gebrannt oder auf einem MP3-Player gespeichert. 1999 sei
das nur bei 13 Prozent der User der Fall gewesen. Damit im
Zusammenhang steht auch die rasante Verbreitung von CD-Brennern: So
verfügten 2001 bereits rund 40 Prozent der Musikfans über einen
CD-Brenner, zwei Jahre zuvor betrug der Anteil erst 14 Prozent.
Erster 40fach-Brenner von PlextorDVD mit 138 Prozent Steigerung
Mit einem Marktanteil von 91 Prozent [2000: 87 Prozent] ist die CD in den USA nach wie vor die unangefochtene Nummer eins unter den Tonträgern. Die Verkaufszahlen gingen dabei allerdings um 6,4 Prozent zurück, die Umsätze um 2,3 Prozent. Insgesamt wurden mit CDs im Jahr 2001 Umsätze in der Höhe von rund 12,9 Milliarden USD erzielt.
Zunehmender Beliebtheit erfreut sich das DVD-Musikvideo mit Umsätzen in der Höhe von 190 Millionen USD. Insgesamt 7,9 Millionen Einheiten konnten 2001 verkauft werden, was einer Steigerung um 138 Prozent entspricht.
Einen drastischen Rückgang gab es für die Musikkassette, deren Marktanteil um 40 Prozent zurückfiel.
LPs gingen immerhin noch 2,3 Millionen Mal über den Ladentisch ¿ eine leichte Steigerung um 3,7 Prozent gegenüber 2,2 Millionen Einheiten im Jahr 2000.
