Infineon trennt sich von Speichersparte

1. MAi
01.04.2006

Infineon treibt seine Aufspaltung voran und gliedert die Speichersparte zum 1. Mai unter dem Namen Qimonda aus.

Im nächsten Schritt soll das neue Unternehmen mit einem Umsatz von zuletzt knapp drei Milliarden Euro und rund 12.000 Mitarbeitern an die Börse gebracht werden.

"Unsere Teams haben intensiv und mit Hochdruck daran gearbeitet, um die Ausgliederung zwei Monate vor dem ursprünglichen Termin zu erreichen", so Infineon-Chef Wolfgang Ziebart.

40 Prozent des Geschäfts fallen weg

Infineon verzichtet damit auf etwa 40 Prozent seines Geschäfts und konzentriert sich künftig auf das stabilere Geschäft mit Logikchips. Qimonda wird eine AG nach deutschem Recht mit Sitz in München.

Chef des neuen Qimonda-Konzerns wird Infineon-Vorstand Kin Wah Loh. Er meinte, die Speichersparte von Infineon habe in den vergangenen drei Jahren vor Steuern und Zinsen insgesamt schwarze Zahlen geschrieben. Das sei eine gute Ausgangsbasis. Qimonda wolle insbesondere auf Energie sparende Speicherlösungen setzen.

Das Speichergeschäft ist starken zyklischen Schwankungen ausgesetzt. Daher war die Sparte in den vergangenen Jahren für einen großen Teil der hohen Verluste bei Infineon verantwortlich.

Vorerst 100-Prozent-Tochter

Wegen der hohen Zyklizität des Speichergeschäfts will sich Infineon selbst nun auf das stabilere Geschäft mit den Logikchips zum Beispiel für die Autoindustrie und die Telekommunikation konzentrieren.

"Durch die strategische Neuausrichtung stärkt Infineon deutlich seine Wettbewerbsposition", so Ziebart.

Am 1. Mai werden Infineon und Qimonda als eigenständige Unternehmen auf dem Markt auftreten. Das neue Speicherunternehmen wird zunächst aber eine 100-Prozent-Tochter von Infineon sein. Ein Börsengang ist nach Einschätzung in Branchenkreisen frühestens im Herbst möglich.

(futurezone | dpa)