FBI gesteht Hackermethoden offiziell ein
Das FBI hat offiziell eingeräumt, an einem Virus-artigen Schnüfelprogramm zum Ausspähen von PCs zu arbeiten, welches das berühmt-berüchtigte E-Mail-Filterprogramm "Carnivore" ergänzen bzw. erweitern sollen.
FBI-Sprecher Paul Bresson bestätigte damit Meldungen über das Programm namens "Magic Lantern". Die "Laterne" installiert eine Keylogging-Software auf dem "Ziel-PC", die sämtliche Tastatureingaben registriert und speichert und so auch den Zugang zu verschlüsselten Dateien ermöglicht.
Laut Bresson ist das Programm allerdings noch nicht im Einsatz.
Nach den FBI-Plänen soll "Magic Lantern" wie ein Virus via E-Mail [von einer "vertrauenswürdigen" Kontaktperson] oder schlicht durch einen klassischen Einbruch auf dem auszuforschenden PC installiert werden.
Die Hacker-Methoden des FBIHausdurchsuchung oder Abhörmaßnahme
Zu einem der wohl wichtigsten Punkte im Zusammenhang mit dem Schnüffelprogramm äußerte sich der FBI-Sprecher allerdings nur nichts sagend.
Der Einsatz der "magischen Laterne" hat unter Juristen und Kritikern der FBI-Methoden die Frage aufgeworfen, welche Genehmigung dafür erforderlich ist. Dabei ist das Verfahren zu einer Abhörmaßnahme relativ aufwendig und starken Auflagen unterworfen, während eine einfache Hausdurchsuchung relativ schnell und problemlos genehmigt wird.
Bresson sagte in diesem Zusammenhang nur, dass das Programm wie alle anderen FBI-Maßnahmen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen eingesetzt werden würde.
"Carnivore" [Fleischfresser] ermöglicht es angeblich, Millionen von E-Mails quasi in Echtzeit abzufangen und zu analysieren. Das umstrittene System wird auf einem Computer mit der FBI-Software, der in einem Käfig gegen Manipulationen von außen geschützt ist, bei Providern installiert und mit deren Servern verbunden.
Der große Datenfresser des FBIKrieg und Wirtschaft
Aber auch ein weiterer Zusammenhang mit "Magic Lantern" dürfte wohl vorerst im Berreich der Spekulation verbleiben.
Dabei geht es um die Frage, ob die Hersteller von Antiviren-Programmen in ihren Produkten Schlupflöcher offen lassen, über die das FBI den "Kontrollvirus" zur Überwachung verdächtiger Personen einschleusen kann.
Laut Michael Erbschloe, Vizepräsident Research bei Computer Economics, sind in diesem Zusammenhang die Dementis der Sicherheitsfirmen unter dem Vorbehalt zu sehen, dass die US-Regierung im Falle eines Krieges traditionell die Macht habe, bestimmte Vorgänge in der Wirtschaft schlicht anzuordnen.
Ob im derzeitigen "Krieg gegen den Terrorismus" schon solche Maßnahmen angewendet werden, bleibt dabei Spekulation. Skeptische Beobachter sehen allerdings schon im zeitlichen Zusammenhang des Dementis der Sicherheitsfirmen von gestern mit dem heutigen FBI-Statement eine Bestätigung für eine zumindest informelle Zusammenarbeit.
Wirtschaft gegen FBI-Kontrollvirus
