Wirtschaft gegen FBI-Kontrollvirus
Die Hersteller von Antiviren-Programmen wollen in ihren Produkten kein Schlupfloch offen lassen, über das US-Behörden einen Kontrollvirus zur Überwachung verdächtiger Personen einschleusen können.
Das berichtet die "Computerwoche". Unter dem Codenamen "Magic Lantern" arbeitet das FBI an einem E-Mail-Virus, der für den PC-Anwender unsichtbar alle Tastenanschläge samt Passwörtern aufzeichnen kann.
Symantec, Trend Micro und andere
Namhafte Antiviren-Hersteller wie Symantec, Network Associates,
Trend Micro, Sophos und Kaspersky Labs sind eigenen Angaben zufolge
nicht gewillt, ihre Produkte so zu modifizieren, dass dieser Virus
sein Werk verrichten kann.
Ein Trojanisches Pferd des FBIAngst um Absatz im Ausland
Das FBI selbst habe auch noch keinen Kontakt mit ihnen aufgenommen - wie es sich auch über das Magic-Lantern-Projekt ausschweigt.
Die Experten sind nicht nur loyal gegenüber ihren Anwendern, sie befürchten zudem, dass eine Lücke, die man für das FBI lässt, auch von Hackern genutzt wird. Und: Sie haben Angst um den Absatz im Ausland.
"Wenn ein Produkt im Verdacht steht, als CIA-Tool zu fungieren, so wird es beispielsweise in China in keinem Unternehmen eingesetzt werden", erklärt ein Sicherheitsspezialist.
Alle weltweiten Behörden bedienen
Würden die Anbieter jedoch per Gesetz zur Öffnung eines
derartigen Schlupflochs gezwungen, so gestalte sich die Situation
vor allem für Unternehmen mit weltweiten Niederlassungen schwierig:
"Wenn wir diese Kontrollmöglichkeit für US-Behören zulassen, so
müssen wir das für jede Behörde in anderen Ländern tun, die
Ähnliches vorhat", erklärt der amerikanische Sophos-Chef David
Hughes.
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