Österreich fällt international zurück
"Zu teuer, unattraktiv in den Konditionen, reine Augenauswischerei", das fällt Alexandra Reich, Geschäftsführerin von T-Online Österreich, zum Thema ADSL-Paket der Telekom für andere Provider ein.
Warum tritt T-Online dann als Reseller von ADSL-Leitungen der Telekom Austria auf, wenn der Umsatz von rund 25 Euro pro Kunde in der Branche als Nullsummenspiel gilt?
Zusätzlichen Umsatz wolle T-Online mit einer Portal-Strategie generieren, sagt Reich, wie sie auch T-Online in Deutschland fahre. Damit sind nichts anderes als Umsatzhoffnungen auf kostenpflichtige Inhalte gemeint.
"Bild" wird Bezahldienst
Erst am Freitag hatte der neue Vorstandschef des Springer-Verlags
bekannt gegeben, dass Teile von Bild.de in Zukunft kostenpflichtig
würden und dass er sich da mit Thomas Holtrop einig wisse. Letzterer
ist CEO des Springer-Partners T-Online.
"Bild dir deine Meinung"2,5 GB Fair Use, und das "sehr, sehr fair"
Zur Umsetzung der konzernweiten Strategie hebt T-Online.at wenigstens für vier Monate das Download-Limit bei ADSL-Leitungen weitgehend auf.
Auch in puncto Fair-Use-Prinzip, der Beschränkung auf 2,5 Gigabyte, wolle man "sehr, sehr fair" zu den neu gewonnen Usern sein, sagt Reich. Der Großteil aller Privatkunden käme mit den 2,5 GB ohnehin locker aus.
Sorgen macht sich die Österreicherin allerdings um den Fortschritt der IT-Branche in Österreich.
IT ist nicht Sicht
Gerade in dieser Regierung, die ständig von Reformen und
Erneuerung rede, sei "IT anscheinend kein Thema". Niemand nehme sich
des Themas wirklich an, dabei falle Österreich, was die
Durchdringung mit Breitband-Internet [Kabelmodems, ADSL] angehe,
international immer weiter zurück.
Das Angebot von T-online.atÖsterreich rutscht zurück
Das sei, so Reich, nicht zuletzt auf die Bedingungen der Telekom Austria für Wiederverkäufer von ADSL zurückzuführen.
Tatsächlich hat Österreich seinen vor allem durch den raschen Ausbau des Telekabelnetzes erreichten fünften Platz unter den am meisten entwickelten Nationen 2001 an die Niederlande verloren.
BE, DK und DE
Der Ende Oktober veröffentlichte OECD-Report für das Jahr 2001
zeigt auch, dass Dänemark und Belgien, vor allem aber Deutschland
Österreich durch ihre höheren Wachstumsraten bis Ende 2002 überholt
haben werden.
Der OECD-Bericht als PDFKaum Kabelmodems in Deutschland
In Deutschland spielt Internet-Zugang über Kabelmodem bis jetzt kaum eine Rolle, die hohen Wachstumsraten werden fast ausschließlich durch das billige und schnelle DSL-Angebot der Deutschen Telekom erreicht.
Die Wartefristen in Deutschland sollen regional sehr unterschiedlich, aber zum Teil enorm lang sein.
In den nächsten Folgen unserer Serie über Breitband in Österreich lesen Sie über den Standpunkt der Telekom Austria [Anfrage läuft] und das xDSL-Deathmatch mit Entbündelung zwischen den Providern Inode und Silverserver.
EU-Initiative für Breitband
