Mobilfunkmarkt fast ausgereizt

Wettbewerb
24.03.2006

Der Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt nagt laut einer Studie zunehmend auch am Umsatz. Der heimische Markt ist seit Jahren hart umkämpft.

Bis 2010 soll sich das Umsatzwachstum der Mobilfunker in den EU-Staaten halbieren, so das Ergebnis einer Studie des internationalen Beraters Arthur D. Little.

Lag der Zuwachs 2005 noch bei 6,7 Prozent, werde er in fünf Jahren bei 3,1 Prozent liegen. Für Österreich wird auf Grund des schon seit Jahren sehr intensiven Preiskampfes ein Rückgang von vier auf 3,1 Prozent prognostiziert.

104 Prozent Marktdurchdringung in Österreich

Ähnlich sieht der Trend beim Teilnehmerzuwachs aus, wo ein Wachstum von knapp acht Prozent in Österreich einem Wert von mehr als zwölf Prozent in den führenden europäischen Märkten entgegensteht.

Hauptgrund dafür sei die Marktdurchdringung, bei der Österreich mit aktuell mehr als 104 Prozent im europäischen Spitzenfeld liegt, hieß es. Ein weiteres Wachstum sei somit für die Anbieter nur noch durch einen verschärften Wettbewerb sowie ausgewählte neue Produkte [zum Beispiel mobile Datenkarten] möglich.

Ein wichtiger Wachstumstreiber war im vergangenen Jahr demnach der massive Roll-out von mobilen Breitbandprodukten. 2005 wurden laut Studie bereits 100.000 Datenkarten verkauft.

T-Mobile und One unter Druck

Derzeit stehen hier zu Lande vor allem T-Mobile und One, Zweiter und Dritter auf dem heimischen Markt, unter Druck. Während der Marktführer mobilkom austria den Umsatz vor allem durch Zukäufe im Ausland vergrößert, will T-Mobile durch die Übernahme von tele.ring wachsen. One wiederum setzt auf seine Diskonttochter Yesss.

Qualität statt "Gröscherlzählen"

T-Mobile selbst sieht sich durch den Preiskampf zwischen Yesss und Tele2UTA nicht unter Zugzwang. Diskonter seien für "Gröscherlzähler" und Wenigtelefonierer, so Georg Mündl, Marketing-Chef von T-Mobile Austria. Bei der Betreiberwahl seien aber nicht die Tarife, sondern auch Zusatzdienste, Service und Qualität gefragt.

Ob T-Mobile nach der geplanten Übernahme von tele.ring - eine diesbezügliche Entscheidung der EU-Kommission wird in Kürze erwartet - eine Zweimarkenstrategie fahren wird, wollte Mündl nicht beantworten.

Tele.ring habe sich über den Preis positioniert, von T-Mobile gebe es da keine Änderungswünsche.

(futurezone | APA)