Telefondolmetsch erhält Zukunftspreis
Der Deutsche Zukunftspreis geht in diesem Jahr an die Erfinder eines digitalen Dolmetschers.
Das Übersetzungsprogramm vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz [DFKI] an der Universität Saarbrücken kann Deutsch, Englisch oder Japanisch nahezu in Echtzeit übersetzen und ist in ein Telefonsystem eingebunden, das Gespräche ohne Fremdsprachenkenntnisse ermöglichen soll.
Der von Bundespräsident Johannes Rau am Donnerstagabend in Berlin überreichte Preis ist mit 500.000 DM [256.000 Euro] dotiert. Insgesamt waren vier innovative Projekte nominiert worden. Mit dem Preis ehrt der deutsche Bundespräsident jedes Jahr eine deutsche Spitzenleistung aus Technik, Ingenieur- oder Naturwissenschaften. Der Preis wurde in diesem Jahr zum fünften Mal verliehen. Im vergangenen Jahr erhielten die Erfinder vom MP3 die Auszeichnung.
MP3 von deutscher Regierung geehrtGeschäftsanwendungen
Entwickler Prof. Wolfgang Wahlster sagte, mit dem "Verbmobil" genannten System sei es erstmals gelungen, Spracherkennung, Sprachverstehen und Künstliche Intelligenz zusammenzubringen.
Das Programm funktioniere bisher aber nur in bestimmten Geschäftsfeldern mit Standardsituationen und sei kein Ersatz für einen Simultandolmetscher.
Das System könne allerdings sogar Sätze mit "Ähs" sowie Satzabbrüchen und Versprechern bearbeiten. Das "Verbmobil" soll bei Gesprächen über ISDN-Telefone oder GSM-Mobilfunk zwischen Gesprächsteilnehmern geschaltet werden und übersetzen.
Deutscher Zukunftspreis
