Lernout & Hauspies Kerngeschäft verkauft
Der US-amerikanische Anbieter von Texterkennungssoftware, Scansoft, hat sich das Tafelsilber des in den Konkurs geschlitterten belgischen Spezialisten für Spracherkennungssoftware, Lernout & Hauspie, geangelt.
Das Unternehmen will den Geschäftsbereich "Speech and Language Technologies" um 39,5 Millionen USD übernehmen, sofern das US-Konkursgericht im Bundesstaat Delaware zustimmt.
Eine diesbezügliche Anhörung wurde für den 4. Dezember anberaumt. Sollte der Deal zu Stande kommen, wird Scansoft mindestens 150 Mitarbeiter von Lernout & Hauspie übernehmen.
ScansoftAktien und Bargeld
Der Kaufpreis von 39,5 Millionen USD setzt sich aus Barmitteln in der Höhe von zehn Millionen USD, einem 3,5-Mio.-USD-Wechsel und 7,4 Millionen Scansoft-Aktien, die mit 26 Millionen USD dotiert sind, zusammen.
"Die Technologie und der intellektuelle Wert dieser Geschäftseinheit gelten in der gesamten Industrie als Perle", so Scansoft-CEO Paul Ricci in einer Aussendung.
Auch der Rest von Lernout & Hauspie wurde versteigert, zum Zug kamen neben Scansoft Multimodal Technologies, Vantage Technology Holding und Dragon Catalyst.
Lernout & Hauspie, seinerzeit weltweit führender Anbieter von Spracherkennungssoftware, war Anfang des Monats in den Konkurs geschlittert und hat in der Folge Gläubigerschutz nach Paragraf elf der US-Konkursordnung angemeldet. Verhandlungen mit belgischen und deutschen Banken über mögliche Umschuldungen waren kurz zuvor gescheitert. "Wir haben ohne Erfolg versucht, eine akzeptable Lösung mit unseren Gläubigerbanken zu finden", meinte damals der sichtlich frustrierte L&H-Chef John Duerden.
Lernout & Hauspie ist bankrott
