12.11.2001

INDIANER-ALARM

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Microsoft will Server-Kunden ausforschen

Microsoft fürchtet die Bedrohung durch Linux auf dem Servermarkt mittlerweile offenbar so sehr, dass es seine Mitarbeiter dazu ermutigt, die Hard- und Software-Ausstattung von Kunden auszuforschen, um eine Infiltration von Linux zu unterbinden.

Das geht jedenfalls aus einem internen Microsoft-Memo hervor, das dem "Register" zugespielt wurde.

"Linux ist langfristig gesehen die Bedrohung für unser Kerngeschäft. Vergesst das niemals!" ermahnt Brian Valentine, Senior Vice President, Windows Division, in dem Papier die Mitarbeiter der "Sales, Marketing & Service Group" weltweit:

Spionageauftrag

Um möglichst jedes Eindringen von Linux zu verhindern, sollen die Microsoft-Mitarbeiter laut dem Memo die Kunden sogar ausforschen:

"Falls Ihr das bei Euren Kunden noch nicht getan habt, geht dort durch die Rechenzentren und nehmt ein Inventar aller Rechner von Sun, IBM usw. auf", weist Valentine die Microsoft-Mitarbeiter an.

"Fragt, was da läuft. Lernt, wofür sie die Maschinen einsetzen, macht eine Liste - und tätowiert Euch die notfalls auf den Arsch ['tattoo it on your butt if you have to']."

Migration

Der Auslöser für Valentines "Amokschreiben" scheint zu sein, dass immer mehr Microsoft-Kunden ihre Unix/RISC-Lösungen statt durch Windows 2000 durch Linux ersetzen: "Ich fordere Euch auf, sicherzustellen, dass zwar so viele Kunden wie möglich von Unix weggehen, aber nach Windows 2000 auf Intel."

Mit diesem Memo, sollte es authentisch sein [was angesichts der Quelle wahrscheinlich ist], nimmt die Furcht des Redmonder Software-Giganten vor Linux eine neue Qualität an.

Erstmals gäbe Microsoft damit zu, dass Linux das Kerngeschäft der Firma ernsthaft beeinträchtigt. Bisher hatte sich Microsoft darauf beschränkt, das Open-Source-Unix öffentlich als Intellectual-Property-Killer, Krebsgeschwür, technisch unterbelichtet oder schlicht als "unamerikanisch" zu verunglimpfen.