Die Tücken der Software-Upgrades

Vorsicht
08.03.2006

Seine Programme immer auf den neuesten Stand zu bringen ist für viele Nutzer mittlerweile alltäglich. Doch was tun, wenn die neue Version nicht gefällt oder Fehler hat? Ein Rückschritt ist meist nur schwer bzw. manchmal auch gar nicht möglich.

Viele Computernutzer haben sich mittlerweile daran gewöhnt, ihre Programme regelmäßig zu aktualisieren, sei es wegen der Gefahr von Viren oder einfach, weil sie sich neue und bessere Features davon versprechen.

Musste man früher für diese Updates noch mühsam auf der Website des einzelnen Herstellers nachschauen, melden die meisten Programme mittlerweile automatisch, dass ein Update verfügbar ist.

Rückschritt meist unmöglich

Wer dann im Glauben an mehr Funktionalität auf "Ja bitte, aktualisieren" klickt, bekommt automatisch die neueste Version auf den Rechner geladen, die sich meist auch selbstständig installiert.

Doch nicht immer bringen neue Versionen für alle Nutzer sinn- und brauchbare Funktionen mit sich oder sind instabil. Wer dann auf eine ältere Version umsteigen will, hat mitunter keine Chance.

Der Softwareexperte Les Hatton von der Universität Kingston in London appellierte jüngst an die Softwarehersteller, mehr Zeit in die Entwicklung zu investieren. Die Kosten eines Softwaredefekts steigen extrem, je später er entdeckt wird.

Hilfe zur Selbsthilfe

Nur wenige Hersteller stellen, sobald sie eine neue Version einer Software herausbringen, auch die Vorgängerausgaben auf ihrer Website zur Verfügung. Wer vorige Versionen nicht selber auf der Festplatte gespeichert hat, muss sich im Netz umschauen.

Oldversion.com zum Beispiel hat über 600 Versionen von 65 verschiedenen Programmen im Angebot, von DivX über Winamp bis hin zu Quicktimes und Napster. Die Website hat sich auf freie Programme wie Acrobat Reader von Adobe und Yahoos Instant Messenger spezialisiert.

Doch es gibt auch Ausnahmen wie etwa die Mozilla Corporation, die auch die älteren Versionen ihrer Webbrowsers Firefox auf ihren Servern bereithält.

~ Link: Alle Firefox-Versionen (ftp://ftp.mozilla.org/pub/mozilla.org/firefox/releases/) ~

Fehlende Information der Hersteller

Den meisten Usern ist nicht klar, was sie bei einem Update der Software wirklich erwartet - die Hersteller sind mitunter aber auch keine große Hilfe dabei.

So stellten Nutzer von Apples Musik-Software iTunes fest, dass ein Update eine neue Funktion bei iTunes einfügte, die im eingebauten Store Vorschläge zur gerade gespielten Musik machte.

Einigen war dieses Ausspionieren ihrer Playlists ein Dorn im Auge, sie wollten wieder auf die vorherigen Version umsteigen - das ist laut Apple aber nicht möglich.

Hilfe bei solchen Problemen gibt es mitunter auch nur im Netz, vor allem in den Foren von spezialisierten Websites.

Vor dem Update informieren

Wer seine Programme nicht ständig aktualisieren will, kann diese Funktionen oft auch ausschalten. Das ist allerdings nicht immer anzuraten, weil so auch wichtige Updates, die etwa Sicherheitslücken stopfen, nicht mehr automatisch gemeldet werden.

Vor jedem Update sollte man sich am besten informieren, was die neue Version mit sich bringt und ob man das auch wirklich will. Denn oft ist ein Rückschritt eben einfach nicht mehr möglich.

(futurezone | WSJ)