Suchmaschinen werden einfühlsam
Um bei der Online-Suche besser auf die Bedürfnisse der Nutzer einzugehen, stellen die Betreiber fast täglich neue Suchmethoden zum Test bereit. Yahoo setzt etwa bei "Mindset" zur Anpassung der Treffer auf das Prinzip eines Schiebereglers.
Weil sich die großen Internet-Suchmaschinen wie Google, MSN und Yahoo sowohl in Handhabung als auch bei den Ergebnissen immer weniger unterscheiden, versuchen die Betreiber mit immer neuen Methoden, ihre Nutzer an sich zu binden.
Konkret werden ständig neue Suchangebote zum Testen bereitgestellt, die auf unterschiedliche Bedürfnisse eingehen sollen.
Yahoo testet etwa gerade die Betaversion von "Mindset", wo der Nutzer die Treffer mit einem Schieberegler in verschiedene Richtungen lenken kann. Im Fall von Mindset heißen die beiden Endpunkte der Skala Shopping und Researching.
Die Entwicklung neuer Suchfunktionen und die Weiterentwicklung der bestehenden Angebote hat sich Yahoo im vergangenen Jahr rund 500 Millionen Dollar [419 Mio. Euro] kosten lassen.
Nutzer helfen Nutzern
Gibt man also einen Begriff ein und verschiebt den Regler, bekommt man je nachdem mehr kommerzielle bzw. nicht kommerzielle Ergebnisse ausgeworfen. Statisch bleiben nur die bezahlten Sucheinträge.
Yahoos Forschungsabteilung "Yahoo Next" bietet auch noch andere Suchansätze zum Testen an. So setzt das Internet-Unternehmen mit Portal-Charakter auch verstärkt auf das "Web 2.0", also die neue Generation von Web-Angeboten, die den Nutzer verstärkt einbeziehen.
So findet sich auf "Yahoo Next" etwa eine eigene Web-2.0-Suche, die auf Nutzer-Bookmarks basiert. Diese können entweder per Eingabe eines Suchbegriffs oder nach Tags durchsucht werden.
Yahoo will die Suche im Netz zu einem sozialen Event machen. Der Nutzer soll schneller fündig werden, indem er sich auf Ergebnisse eines Netzwerks stützt, das er kennt und dem er vertraut.
Google will an die Nutzerdaten
Auch Google setzt mit Services wie "Suggest" und "Sets" darauf, dem Nutzer zu helfen, seine Suche einzuschränken und damit zu verfeinern.
Google setzt bei seinem Angebot in letzter Zeit so stark auf Personalisierung, dass das Unternehmen immer öfter in die Kritik von Datenschützern gerät.
Zuletzt geschehen bei Googles neuer Desktop-Suche, die PCs auch von unterwegs aus durchsuchen kann: Die Daten werden dafür auf Google-Servern gespeichert.
Die Suchfunktion stelle ein potenzielles Risiko dar, räumte nun sogar Andy Ku, European Marketing Manager bei Google, ein. Er riet Unternehmen, das Feature zu deaktivieren.
Probleme mit der Bildersuche
Ärger bekommt der Suchmaschinen-Marktführer unterdessen auch ob seiner Bildersuche. Das US-Erotik-Unternehmen Perfect 10 wirft dem Suchmaschinenbetreiber Verletzung von Urheberrechten vor und hat nun von einem US-Gericht Recht bekommen.
