Google-Desktop-Suche ist unsicher

Search Across
20.02.2006

Das Marktforschungsinstitut Gartner empfiehlt Unternehmen, gewisse Funktionen der Google-Suche zu deaktivieren.

Schon öfter ist Google wegen des Datenhungers der Desktop-Suche in die Kritik geraten. Nun haben auch die Analysten von Gartner die Empfehlung ausgesprochen, das "Search Across Computers"-Feature der Desktop-Software von Google zu deaktivieren.

Nutzer der Version Google Desktop 3 Beta, die am 9. Februar veröffentlicht wurde, können Dateien in einem Netzwerk austauschen. Google speichert dazu Index-Files der Dateien einen Monat lang auf einem Server.

Diese Informationen, die somit außerhalb des eigenen Unternehmens gespeichert werden, stellen laut Gartner ein Sicherheitsrisiko dar.

Mit dem Desktop-Feature kann man beispielweise auch unterwegs per Notebook den Desktop-Rechner im eigenen Arbeitszimmer durchsuchen.

Risiko: Freigabe vertraulicher Daten

Das Problem liege darin, dass die Mitarbeiter möglicherweise unabsichtlich Dateien bereitstellen, die vertraulich sind oder ein Sicherheitsrisiko darstellen.

"Unternehmen, welche die Firmenversion verwenden, sollten das Filesharing-Feature sofort deaktivieren", so Gartner.

Die Indizes sollten überprüft werden und die Firmen müssten sicherstellen, dass der Datenaustausch zwischen dem Unternehmen und den Servern von Google genau kontrolliert wird.

Google gibt an, dass die Daten nur temporär und verschlüsselt gespeichert werden. Ungewiss ist jedoch, für welchen Zeitraum diese Speicherung gilt.

Die US-Bürgerrechtsbewegung Electronic Frontier Foundation [EFF] sieht diese Funktion zudem in Bezug auf die jüngsten Vorstöße der US-Regierung, Zugriff auf Google-Daten zu erlangen, kritisch.

Nach US-Recht genießen diese Datenbestände einen geringeren Schutzstatus als Daten, die auf einem privaten Rechner gespeichert sind. Neben persönlichen Dokumenten ist bei Google dann auch die Web-History abfragbar.

Laut EFF hätte die Staatsgewalt im Falle einer strafrechtlichen Ermittlung die Möglichkeit, per simple Vorladung Einsicht auf diese Daten zu erhalten. Zugriff auf Daten am privaten PC zu bekommen setzt dagegen einen gerichtlichen Beschluss voraus.

(futurezone | pte.at)