Noch mehr als 32.000 müssen gehen

DEUTSCHE T
13.02.2006

Der Festnetzbereich sei "hoffnungslos unwirtschaftlich" gegenüber der Konkurrenz, sagt der Personalchef der Deutschen Telekom.

Mit dem geplanten Personalabbau von 32.000 Mitarbeitern bei der Deutschen Telekom ist laut Personalchef Heinz Klinkhammer das "Ende der Fahnenstange" noch nicht erreicht. Es wäre unredlich, den Eindruck zu erwecken, dass der Konzernumbau damit bereits abgeschlossen sei, sagte Klinkhammer der "Süddeutschen" von heute.

Der Telekom-Verhandlungsführer zeigte sich enttäuscht über die Ablehnung des am vergangenen Mittwoch erzielten Kompromisses durch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Obwohl die Beschäftigungsproblematik im Festnetz [T-Com] bekannt sei, habe Verdi die geplanten Reduzierung der Call-Center-Standorte von 96 auf 51 begründet.

Die starke Zersplitterung der 96 CallCenter mit zum Teil weniger als 50 Mitarbeitern führe dazu, dass die T-Com derzeit hoffnungslos unwirtschaftlich gegenüber ihren Wettbewerbern arbeite, sagte Klinkhammer. Nach streng ökonomischen Kriterien müsste die T-Com die Zahl ihrer Standorte sogar auf 30 reduzieren.

Die Gewerkschaft habe in den vergangenen Wochen sowohl bei ihren Mitgliedern als auch bei ihren Funktionären eine Erwartungshaltung erzeugt, die "völlig irreal" sei, sagte Klinkhammer. Wer jetzt bei Gesprächen über freiwillige Maßnahmen bereits eine Verlängerung des Kündigungsschutzes über Ende 2008 hinaus anstrebe, der habe jeglichen Bezug zur wirtschaftlichen Realität verloren.

Nach Angaben der deutschen Bundesnetzagentur haben die Konkurrenten der Deutschen Telekom AG ihren Marktanteil im deutschen DSL-Markt bis Ende 2005 auf 40 Prozent erhöht und somit gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

Eine Einigung über den Abbau von 32.000 Stellen war am Donnerstag am Widerstand der Gewerkschaft gescheitert. [futurezone | AFP]