Telekom bekräftigt Prognose für 2006

deutschland
17.01.2006

Im Gegensatz zu anderen großen Telekoms hält die Deutsche Telekom an ihren Prognosen für das laufende Jahr fest. Das Unternehmen rechnet aber mit einem Rückschlag im DSL-Geschäft, wenn die Fusion mit T-Online weiter blockiert wird.

Die Deutsche Telekom [DT] hat ihre Geschäftserwartungen für das vergangene und das laufende Jahr bekräftigt.

"Wir haben unsere Zahlen in der vergangenen Woche bestätigt. Von uns sind keine schlechten Nachrichten zu erwarten", sagte DT-Finanzchef Karl-Gerhard Eick Reuters am Dienstag mit Blick auf die Umsatz- und Gewinnziele für 2005 und 2006.

Die DT habe in den vergangenen Jahren ihre Prognosen eingehalten und er sei zuversichtlich, dass das wieder geschehe. Es sei aber noch zu früh, um etwas über den Geschäftsverlauf im vierten Quartal zu sagen, ergänzte Eick.

In der vergangenen Woche hatte ein nach unten korrigierter Geschäftsausblick der France Telecom der gesamten Branche Verluste beschert. Nun wurde auch bekannt, dass der Konzern im vergangenen Jahr rund 600.000 Kunden an andere Anbieter verloren hat.

Die Fusion mit T-Online

Aus Unternehmenskreisen wurde am Dienstag weiters bekannt, dass T-Online in diesem Jahr mit 438.000 DSL-Kunden weniger rechnet, wenn die Fusion mit der Mutter nicht wie geplant vollzogen wird.

Nach der Verschmelzung erwartet der Bonner Konzern eine deutlich geringere Wechselrate von DSL-Kunden als bei einem getrennten Fortbestand von T-Online und DT.

T-Online war mit einer Klage auf eine sofortige Eintragung der Transaktion in das Handelsregister in erster Instanz gescheitert und hatte daraufhin beim Oberlandesgericht Frankfurt [OLG] Beschwerde eingelegt.

Entscheidung wird erwartet

Das Gericht will voraussichtlich bis Ende Jänner seine Entscheidung bekannt geben. Sollte die Klage abgewiesen werden, dann könnte die Transaktion nach Einschätzung von Experten für Jahre auf Eis liegen.

Internet und Festnetz bündeln

Laut DT könnten die Unternehmen nach der Fusion Internet und Festnetztelefonie aus einer Hand anbieten, wodurch weniger Kunden zu Konkurrenten wechseln würden. Das würde zugleich die Gewinnung von Neukunden erleichtern.

Ende September hatte T-Online rund vier Millionen Breitbandkunden unter Vertrag und war damit der führende Anbieter Deutschlands.

In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres wuchs der DSL-Kundenbestand um über 800.000. Für das laufende Jahr rechnet die DT mit einem deutlichen Anstieg der Nutzerzahlen.

Die DT will sich bis Ende 2008 von 32.000 Mitarbeitern in Deutschland trennen. Der Vorstand bezeichnet den Abbau von fast einem Fünftel der Belegschaft im Inland als notwendig, um sich auf den verschärften Wettbewerb einzustellen.

(futurezone | dpa | Reuters)