T-Online-Eingliederung verzögert

wettlauf
13.01.2006

T-Online will die Eingliederung in die Deutsche Telekom Ende Jänner vollziehen, kämpft aber noch mit deutschen Gerichten.

Die geplante Integration des Providers in den Mutterkonzern Deutsche Telekom könnte sich weiter verzögern.

T-Online hatte beim Oberlandesgericht [OLG] Frankfurt gegen die Entscheidung Beschwerde eingelegt, den Sofortvollzug der Verschmelzung nicht zu genehmigen.

"Mit einer Entscheidung ist wohl nicht vor Ende des Monats zu rechnen", sagte ein Sprecher des OLG am Donnerstag. Damit könnte T-Online mit seinem Vorhaben scheitern, noch vor dem 31. Jänner vor Gericht eine Freigabe zu erreichen.

Stichtag 31. Jänner

Dieses Datum ist im Verschmelzungsvertrag der beiden Unternehmen als Stichtag genannt, bis zu dem die Verschmelzung im Handelsregister eingetragen werden muss. Andernfalls ist der Eintrag erst wieder nach den Hauptversammlungen der Unternehmen im Frühjahr möglich. T-Online müsste dann bis zum Eintrag auch noch Geschäftsberichte veröffentlichen.

Anfechtungsklagen von 30 Aktionären

Zudem sind beim Landgericht Darmstadt Anfechtungsklagen von rund 30 T-Online-Kleinaktionären gegen die Fusion anhängig. Prozessbeginn könnte im Februar sein.

Die Vorsitzende Richterin Ursula Emmenthal hatte ihre Ablehnung des T-Online-Eilantrags damit begründet, dass die Anfechtungsklagen anders als von dem Unternehmen behauptet nicht von vornherein als unbegründet und unzulässig anzusehen seien. Ein Erfolg der Klagen könne nicht völlig ausgeschlossen werden.

DT und T-Online befürchten, dass sie ohne schnelle Integration gerade dem harten Wettbewerb auf dem Breitbandmarkt nicht genügend Schlagkraft entgegensetzen können.