16.10.2001

KOLLATERAL

Bildquelle: PhotoDisc

E-Mail als Gewinner der Anthrax-Panik

Die panikartigen Reaktionen auf die Anthrax-Fälle [Milzbrand] in den USA könnten US-Stimmen zufolge eine echte Umwälzung von Postströmen bewirken.

Demnach soll die Angst vor verseuchter Post eine massenhafte und nachhaltige Abwanderung von Geschäfts- und Werbesendungen ins Internet zur Folge haben:

Poststopp in Verlagen

Stellvertretend für viele Pressestimmen beschrieb am Wochenende ein "Newsweek"-Redakteur in MSNBC die klamme Stimmung, die in US-Firmen bei der Aussicht auf den täglichen Poststapel herrscht, und die Erleichterung, als die Verlagsleitung die Poststelle schlicht auf unbestimmte Zeit schloss.

Anschließend sang der Redakteur ein Loblied auf E-Mails, die es - anders als noch vor zehn Jahren - durchaus auch gestatten, auf die meisten Briefsendungen zu verzichten.

Einfluss auf Papierverbrauch

Demnach könnten die Milzbrand-Fälle wenigsten für papierlose Briefkästen sorgen, während die Realisierung der Vison vom papierlosen Büro weiter auf sich warten lässt.

Weitere Kollateralschäden

Die Speedmetal-Band "Anthrax" ist unterdessen ebenfalls von der Milzbrand-Panik überrumpelt worden.

Auf ihrer Site erklären die Musiker, dass sie in den 20 Jahren ihres Bestehens niemals daran gedacht hätten, dass ihr Name wörtlich genommen werden könnte.