Lion.cc-Liquidation ist beschlossene Sache
Die Libro-Internet-Tochter Lion.cc wird wie erwartet aufgelöst.
In der ordentlichen Hauptversammlung am 9. Oktober 2001 ist die Liquidation der Gesellschaft beschlossen worden. Alleinvorstand Heinz Lederer ist zurückgetreten, teilte Libro am Mittwoch ad hoc mit.
Neuer Aufsichtsrat
Mit der Abwicklung der Liquidation wurden die Rechtsanwälte
Gerhard Schilcher und Dieter Jedlicka beauftragt. Zum neuen
Aufsichtsrat wurden Rechtsanwalt Nikolaus Reininger sowie die beiden
Vorstände der Libro AG, Bernhard Chwatal und Werner Steinbauer,
bestellt.
Das blieb von Lion.ccKeine Angaben über Kaufpreis
Das Anlagevermögen von Lion.cc einschließlich Marke, Portal und E-Commerce-Kundenstock wurde - wie berichtet - bereits Anfang Oktober 2001 für angeblich mehr als die kolportierten fünf Millionen ATS an die Bank-Austria-Tochter MC Marketing verkauft. Wie uns die Spatzen von den Netzknoten gepfiffen haben, wurden für den Deal elf Millionen ATS hingeblättert.
Seine zuletzt rund 74 Mitarbeiter hat Lion.cc bereits im September 2001 gekündigt.
Lederer-Abfertigung vertraulich
Der ursprünglich noch zwei Jahre gültige Vertrag mit dem
bisherigen Vorstand Heinz Lederer wird laut Steinbauer mit 31.10.
einvernehmlich aufgelöst. Lederer erhalte eine Abfertigung, die Höhe
sei jedoch vertraulich. Die zuletzt kolportierte Zahl von zehn
Millionen ATS [730.000 Euro] bezeichnete Steinbauer als
"Hausnummer".
"Ein mittelgroßes Buchgeschäft"Passiva von 50 Millionen ATS
Die Liquidation der Lion.cc AG wird Libro und den Lion-Miteigentümer, die deutsche WAZ, noch einmal teuer zu stehen kommen.
Wie viel, wollte Libro-Vorstandssprecher Werner Steinbauer nicht genau beziffern.
"Wir werden die Differenz aus den Außenständen und den Einnahmen aus dem Verkauf des Anlagevermögens gemeinsam tragen", sagte Steinbauer. Darauf habe man sich geeinigt. Die Passiva von Lion.cc seien zuletzt bei rund 50 Millionen ATS [3,63 Mio. Euro] gelegen.
