08.10.2001

AMTLICH

Bildquelle: PhotoDisc

IT-Industrie gegen Datenschutz-Aushöhlung

IBM-Deutschland-Chef Erwin Staudt hat davor gewarnt, im Zuge der Fahndung nach islamischen Extremisten wegen der Anschläge in den USA den Datenschutz im Internet auszuhöhlen.

Die schrecklichen Ereignissen in den USA hätten die Sicherheit zum zentralen Thema im Netz gemacht, sagte Staudt, der auch Vorsitzender der Internet-Initative "D21" von Bund und Wirtschaft ist.

Es sei aber falsch, deshalb das Netz zu "einem gläsernen Kommunikationsmittel" machen zu wollen. "Von Panikmache halte ich gar nichts", sagte Staudt. "Man darf nicht das Kind mit dem Bade ausschütten."

Netz nicht kriminalisieren

Auch wenn die Urheber der Anschläge in den USA möglicherweise das Internet genutzt hätten, sei es falsch, dieses zu kriminalisieren, sagte Staudt weiter.

Der deutsche Bundeskanzleramtsminister Hans Martin Bury sagte mit Blick auf Sicherheitsfragen im Internet, es gelte eine angemessene Balance zwischen Sicherheit und der Wahrung von Freiheitsrechten zu wahren.

D21 folgt Datenschutz-Tenor

Die Intiative folgt mit ihrer Warnung renommierten Wissenschaftlern und Datenschützern, die in den letzten Wochen ähnliche Befürchtungen geäußert haben.

"In der EU versuchen Sicherheitsbehörden derzeit die Situation zu nutzen, um eine ganze Reihe neuer Vollmachten einzuführen", sagte vor rund zehn Tagen Simon Davies, Direktor der britisch-amerikanischen Bürgerrechtsorganisation "Privacy International".