IT-Industrie gegen Datenschutz-Aushöhlung
IBM-Deutschland-Chef Erwin Staudt hat davor gewarnt, im Zuge der Fahndung nach islamischen Extremisten wegen der Anschläge in den USA den Datenschutz im Internet auszuhöhlen.
Die schrecklichen Ereignissen in den USA hätten die Sicherheit zum zentralen Thema im Netz gemacht, sagte Staudt, der auch Vorsitzender der Internet-Initative "D21" von Bund und Wirtschaft ist.
Es sei aber falsch, deshalb das Netz zu "einem gläsernen Kommunikationsmittel" machen zu wollen. "Von Panikmache halte ich gar nichts", sagte Staudt. "Man darf nicht das Kind mit dem Bade ausschütten."
Die Initiative "D21" hat sich zum Ziel gesetzt, den Wandel Deutschlands zur Informationsgesellschaft voranzutreiben.
Initiative D21Netz nicht kriminalisieren
Auch wenn die Urheber der Anschläge in den USA möglicherweise das Internet genutzt hätten, sei es falsch, dieses zu kriminalisieren, sagte Staudt weiter.
Der deutsche Bundeskanzleramtsminister Hans Martin Bury sagte mit Blick auf Sicherheitsfragen im Internet, es gelte eine angemessene Balance zwischen Sicherheit und der Wahrung von Freiheitsrechten zu wahren.
Darüber hinaus müssten auch ökonomische Interessen berücksichtigt werden, wie beispielsweise der Schutz vor Wirtschaftsspionage.
Umstrittene Internet-Überwachung in DED21 folgt Datenschutz-Tenor
Die Intiative folgt mit ihrer Warnung renommierten Wissenschaftlern und Datenschützern, die in den letzten Wochen ähnliche Befürchtungen geäußert haben.
"In der EU versuchen Sicherheitsbehörden derzeit die Situation zu nutzen, um eine ganze Reihe neuer Vollmachten einzuführen", sagte vor rund zehn Tagen Simon Davies, Direktor der britisch-amerikanischen Bürgerrechtsorganisation "Privacy International".
Und der amerikanische Sprachwissenschaftler Noam Chomsky äußerte direkt nach den Anschlägen, es müsse auch mit vielfältigen Auswirkungen der verschärften Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollen auf die Bürgerrechte und innerstaatlichen Freiheiten gerechnet werden.
"EU-Datenschutz ist gefährdet"
