Milliardenbuchungen dank Computerpanne

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29.01.2006

Eine Panne bei T-Systems hat in Deutschland dazu geführt, dass Tausende Sozialversicherungsbeiträge frühzeitig gebucht wurden.

Eine Computerpanne bei der Deutsche-Telekom-Tochter T-Systems hat nach Informationen von stern.de Unternehmen und Selbstständige in Finanznöte gebracht.

Zahlreiche Krankenkassen hätten am vergangenen Freitag Beiträge zur Sozialversicherung abgebucht, obwohl die Firmen von einer gesetzlichen Ausnahmeregelung Gebrauch machen wollten. Dabei könne es sich um Summen in Milliardenhöhe handeln, berichtete "stern.de" am Sonntag.

Seit Jahresanfang müssen die Zahlungen an die Krankenkassen früher geleistet werden, was dazu geführt hätte, dass im Jänner 2006 gleich zwei Zahlungen fällig gewesen wären. Um die Folgen des Vorziehens der Fälligkeit der Sozialbeiträge abzumildern, hatte die Politik den Unternehmen zugestanden, die Jänner-Zahlung auf die kommenden sechs Monate zu verteilen.

Dafür mussten die Firmen eine "Null-Meldung" abgeben. Von diesen elektronisch abgegebenen Meldungen sei auf Grund der Computerpanne aber nur etwa ein Viertel bei den Krankenkassen eingetroffen, die die Beiträge für alle Sozialversicherungsträger bei den Arbeitgebern einziehen.

"Technische Probleme" bei T-Systems

Die Kassen hätten daraufhin die Sozialbeiträge routinemäßig geschätzt und bei den Unternehmen vom Bankkonto abgebucht, wenn diese am Lastschriftverfahren teilnehmen. Diese ungeplanten Abbuchungen könnten nun dazu führen, dass viele Unternehmen ihre Kreditlinie überschreiten, hohe Überziehungszinsen zahlen müssten oder Zahlungen platzten. Sprecher mehrerer Kassen bestätigten dem "Stern", dass es "technische Probleme" bei T-Systems gegeben habe.

T-Systems war bereits wegen Problemen bei der Software für das Arbeitslosengeld II sowie die Lkw-Maut in die Schlagzeilen geraten. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte Kapazitätsprobleme bei der Übermittlung der Datensätze mit den Beitragsnachweisen zur Sozialversicherung.

Diese sollten aber über das Wochenende abgebaut werden. Protestierende Firmen würden nun zur Abgabe von Erstattungsanträgen aufgefordert, hieß es.

(Futurezone | dpa | stern.de)