Neue Maut-Software für Deutschland
Die Software für die Lkw-Erfassungsgeräte ist am Wochenende aktualisiert worden. Damit ist das komplexe IT-System auf dem Stand, den es eigentlich im Sommer 2003 haben sollte.
Nach einem Jahr "erfolgreichen Betriebs" ist am Sonntag das deutsche Lkw-Mautsystem aktualisiert worden.
Die neue Software für die Erfassungsgeräte in den Lastwagen [OBUs] lief nach Angaben des Toll-Collect-Sprechers Harald Lindlar störungsfrei.
Das deutsche Betreiberkonsortium Toll Collect hatte zuvor gemeldet, mehr als 420.000 und damit rund 90 Prozent aller mautpflichtigen Lastwagen seien mit der neuen Software ausgestattet worden. Nur mit ihr können sich die Fahrer weiter automatisch ins System einbuchen, sobald sie eine mautpflichtige Straße befahren. Wer sie nicht hat, muss sich an einem stationären Terminal oder im Internet registrieren.
Auf Soll-Stand von 2003
Damit ist das Mautsystem auf dem Stand, den es eigentlich im Sommer 2003 haben sollte. Dieser Termin war wegen schwerer technischer Mängel geplatzt. Auch die Aufnahme des Regelbetriebs mit 16-monatiger Verzögerung mit 1. Jänner 2005 war nur mit einer abgespeckten Software möglich, die keine ferngesteuerten Updates zuließ.
Hohe Einnahmeausfälle
So ergaben sich bis Silvester 2005 Einnahmeausfälle von rund vier Mrd. Euro, um die der deutsche Bund mit den Toll-Collect-Mutterkonzernen Telekom und DaimlerChrysler vor einem Schiedsgericht streitet.
Ferngesteuerte Ergänzungen
Die neue Software ermöglicht nun unter anderem die ferngesteuerte Ergänzung um neue Strecken sowie die Anpassung der Tarife von derzeit durchschnittlich 12,4 Cent pro Kilometer für Lastwagen über zwölf Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. Neben neuen Autbahnteilstücken sollen gegen Jahresende einzelne Bundesstraßenabschnitte mautpflichtig werden, die gerne als Ausweichrouten verwendet werden.
2,85 Mrd. Euro Einnahmen 2005
Im vergangenen Jahr brachte das Mautsystem 2,85 Mrd. Euro in die deutsche Staatskasse. Davon sind 600 Mio. für Betrieb und Wartung an Toll Collect gegangen, das einen Zwölf-Jahres-Vertrag hat. Der Rest fließt in die Verkehrsinfrastruktur. Für 2006 erwartet Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee 2,9 Mrd. Euro Einnahmen.
(Futurezone/dpa)
