US-Börsen halten sich relativ gut
Die US-Börsen haben heute um 15.33 Uhr MESZ, nach zwei Schweigeminuten, erstmals seit den Anschlägen vom 11. September wieder geöffnet.
Der Dow Jones Industrial Average ist bis 16.10 Uhr um 6,5 Prozent gefallen, der Index der Tech-Börse Nasdaq ist um 5,8 Prozent eingebrochen.
Verglichen mit dem Ausmaß der Katastrophe waren das allerdings immer noch sanfte Einbrüche. Diese Einschätzung scheinen auch die Händler in Frankfurt zu teilen, wo der Leitindex DAX seit Eröffnung der US-Börsen weitere Gewinne verbuchen konnte.
Nachdem Dow Jones und Nasdaq zwischenzeitlich wieder Verluste gutmachen konnten, sanken die Kurse gegen Handelsende erneut kräftig. Der Dow Jones verzeichnetezum Handelsende einen Verlust von 7,13 Prozent, die Nasdaq von 6,83 Prozent.
Tech-Werte wie Intel, Microsoft, Sun Microsystems sind anfangs um bis zu zehn Prozent gefallen. Sun notiert nun neun Prozent tiefer, Hewlett-Packard ist um zwölf Prozent im Minus, Microsoft hat fünf Prozent verloren.
NasdaqSignal an Börsen
Nach den Terroranschlägen in New York und Washington hat die US-Notenbank Fed heute ihre Leitzinsen gesenkt, um so die Konjunktur und die Aktienmärkte zu stützen.
Wie sie eine halbe Stunde vor Handelsbeginn mitteilte, wird der maßgebliche Zinssatz von 3,5 auf 3,0 Prozent vermindert.
Die Währungshüter des Dollar begründeten den Schritt auch mit den Terroranschlägen vom vergangenen Dienstag. Diese hätten das "Potenzial", die Konsumbereitschaft der Amerikaner weiter zu dämpfen. Der Euro gab nach der Ankündigung leicht nach.
Kurz darauf senkte auch die Europäische Zentralbank [EZB] ihren wichtigsten Zinssatz zur Versorgung der Bankenmit Notenbankgeld um einen halben Prozentpunkt.
Es handle sich um eine konzertierte Aktion mit der Fed, sagte ein EZB-Sprecher am späten Montagnachmittag.
Hauptgrund für die Entscheidung waren die Terroranschläge und ihre möglichen Auswirkungen auf die US-Wirtschaft. "Schon vor den tragischen Ereignissen der vergangenen Woche waren Beschäftigung, Produktion und Firmeninvestitionen schwach", erklärte die Fed. Durch die Anschläge könnte das verschärft worden sein. Alle verfügbaren Informationen deuteten darauf hin, dass die Gefahr wirtschaftlicher Schwäche bestehe. Dessen ungeachtet betonten die Währungshüter, dass die langfristigen Wachstumsaussichten in den USA "günstig" blieben. Das werde sich zeigen, wenn die "anomalen" Auswirkungen des Anschlags überwunden seien.
Die Fed-ErklärungGewinner der Krise
Deutlich gewinnen unterdessen die Hersteller von Flugsicherheitssystemen. An der Nasdaq sind die Aktien mancher Unternehmen um mehrere hundert Prozent gestiegen. Die Aktien von InVision Technologies, einem Hersteller von Sprengstofferkennungssystemen, sind um mehr als 200 Prozent explodiert.
Frankfurt stabil
Vor Wiedereröffnung der US-Börsen überwog auf dem deutschen Aktienmarkt der Optimismus.
Nach einem flauen Start und dem kurzzeitigen Fall unter die 4.000-Punkte-Marke zog der Leitindex DAX kräftig an und wandelte am Nachmittag seine Verluste in Gewinne um. Der DAX gewann bis zum Handelsschluss 2,88 Prozent auf 4.234 Zähler.
Auf dem Neuen Markt konnte der Nemax50 seine frühen Einbußen wieder gutmachen. Zuletzt notierte der Index bei 827 Punkten, ein Plus von 0,86 Prozent. Im frühen Montags-Handel hatte der Nemax50 zeitweise mehr als vier Prozent verloren.
