EU-Entscheidung über Spam verschoben
Im Europäischen Parlament hätte heute entschieden werden sollen, ob belästigende Mailwerbung [Spam] in Europa einheitlich geregelt - sprich verboten - werden soll oder nicht.
Die Abstimmung wurde heute allerdings nicht entschieden, das Verfahren wird im EU-Parlament neu aufgerollt.
Opt-in vs. Opt-out
Zur Vorlage stand der Vorschlag, unerwünschte Zusendungen per
Opt-in zu regeln - das heißt, der Konsument muss ausdrücklich die
Zusendungen verlangen. Aber gerade beim E-Mail-Verkehr wurde die
Opt-out-Variante vorgeschlagen - der Konsument könnte nach diesem
Modell beliebig mit Massensendungen zugeschüttet werden, bis er von
sich aus Einhalt gebietet.
EU-Parlament entscheidet über Spam-VerbotDas war den EU-Parlamentariern doch ein Dorn im Auge - es wurde daher der Bericht abgelehnt, allerdings mit einer massiven Anzahl von Enthaltungen.
"Wenn die E-Mails explizit ausgenommen sind, helfen alle schönen Bekenntnisse gegen Spamming nichts. Deswegen stimme ich gegen den Bericht", meinte EU-Abgeordnete Ilka Schröder zur FutureZone.
Der Bericht geht nun zurück in die Ausschüsse und wird erfahrungsgemäß frühestens in drei Monaten wieder dem EU-Parlament wieder vorgelegt.
Falls dann doch für die Opt-out-Variante bei E-Mails gestimmt wird, besteht immer noch die Möglichkeit, dass dieser Teilbereich national geregelt wird. Das hätte aber zur Folge, dass Spammer ihre Massen-E-Mails ungestraft von denjenigen Ländern aus schicken können, die das Versenden von unerwünschten Massenmails nicht unter Strafe stellen.
