Vodafone startet weltweiten PR-Feldzug
Das britische Mobilfunkunternehmen Vodafone möchte zu einer der ganz großen Weltmarken à la Coca-Cola und Microsoft werden. Dieses ehrgeizige Ziel möchte Vodafone mit Hilfe einer 367 Millionen Dollar teuren und mehrere Monate dauernden Werbekampagne erreichen.
Start der Kampagne ist heute: Rund um das Fußball-Match Deutschland gegen England werden einminütige Fernsehspots in britischen und europaweit zu empfangenden TV-Sendern ausgestrahlt.
Die jetzt beginnende Vodafone-Werbekampagne ist die größte in der Firmengeschichte. Sie wird neben Fernseh- und Kinospots auch Einschaltungen in Zeitungen und Zeitschriften sowie Werbung im öffentlichen Raum umfassen.
Vodafone als "Big Spender"
David Haines, der "Global Brand Director" von Vodafone kündigte
an, dass sein Unternehmen in den kommenden Monaten weltweit zu den
"drei Unternehmen gehören wird, die am meisten für Werbung
ausgeben." Die Kampagne, so Haines weiter, stelle "einen
entscheidenden Schritt dar, um Vodafone zu eine der führenden
Weltmarken zu machen."
VodafoneFür die Gestaltung der Werbekampagne hat Vodafone die amerikanische PR-Agentur Wieden & Kennedy engagiert, die vor allem durch ihr erfolgreiches Branding von Nike berühmt geworden ist.
Wieden & KennedyGrößte Telekom der Welt
Vodafone ist das größte Telekom-Unternehmen der Welt. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist Vodafone das größte Unternehmen Europas und eines der zehn größten Unternehmen der Welt. Die Vodafone Group beschäftigt weltweit über 100.000 Mitarbeiter.
Nach eigenen Angaben zählte Vodafone im Juni weltweit etwa 93 Millionen Kunden. Das Unternehmen hält Beteiligungen an Mobilnetzbetreibern in 29 Ländern und auf allen fünf Kontinenten.
Auf dem österreichischen Mobilfunkmarkt war Vodafone bis vor kurzem durch tele.ring vertreten, das Anfang Mai zu 100 Prozent an Western Wireless verkauft wurde.
T-Mobile neuer Mobilfunk-Marktführer
In Deutschland ist Vodafone durch D2 Vodafone [Mannesmann
Mobilfunk] vertreten. Anfang Juli büßte Vodafone dort seine
langjährige Marktführerschaft ein: Die Mobilfunk-Tochter der
Deutschen Telekom, T-Mobile mit dem D1-Netz, überholte mit 22,1
Millionen Kunden Vodafone, das es zuletzt auf 21,7 Millionen Kunden
brachte. Auch auf dem britischen Heimatmarkt dürfte Vodafone seine
führende Stellung eingebüßt haben. Nach Angaben des
Konkurrenz-Unternehmens BT Wireless soll Vodafone in den letzten
Monaten hinter Orange und BT auf Platz drei zurückgefallen sein.
T-MobileKampf um europäischen Markt
Dass die Vodafone-Werbekampagne ausgerechnet zum Länderspiel Deutschland gegen England gestartet wird, hat Symbolcharakter. In Europa zeichnet sich nämlich ein erbitterter Zweikampf zwischen Vodafone und T-Mobile um die Vorherrschaft auf dem Mobilfunkmarkt ab.
Die Deutsche Telekom hat erst kürzlich angekündigt, in den kommenden zwei Jahren verstärkt ihren schärfsten Mobilfunkkonkurrenten Vodafone angreifen zu wollen.
"Eine breitere europäische Präsenz von T-Mobile ist für mich wichtig, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Vodafone zu stärken. Wir wollen Vodafone nicht das Feld überlassen", sagte dazu Rene Obermann, bei T-Mobile für das Europa-Geschäft zuständig.
T-Mobile statt max.mobil
Zu der angesprochenen breiteren europäischen Präsenz von T-Mobile
gehört auch, dass der österreichische Mobilfunkprovider max.mobil
seinen Markennamen aufgibt. Wie T-Mobile-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke
Anfang dieser Woche bei der Internationalen Funkausstellung in
Berlin erklärte, soll der Name max.mobil bis Ende 2002 gegen den
seiner deutschen Mutter T-Mobile ausgetauscht werden.
max.mobil soll "T-Mobile" heißenExpansion auch in Asien
Auch in Asien verfolgt Vodafone eine expansive Strategie mit milliardenschweren Allianzen. Anfang Mai wurde eine Allianz mit der China Telecom bekanntgegeben, die auf den schnell wachsenden Markt in der Volksrepublik zielt.
Vodafone hat vor kurzem auch die Kontrolle beim japanischen Anbieter Japan Telecom übernommen und will dem dortigen Marktführer NTT DoCoMo vor allem im Mobilfunk Konkurrenz machen.
Vodafone wolle zum zweitgrößten Telefonanbieter in Japan aufsteigen und DoCoMo im ganzen Lande "Schwierigkeiten bereiten", kündigte Firmenchef Chris Gent in Tokio an.
"Einer der wichtigsten Telefonmärkte der Welt"
Japan sei einer der wichtigsten und am weitesten entwickelten
Telefonmärkte der Welt. Vodafone kaufte für 5,94 Milliarden Euro von
seinem einheimischen Rivalen British Telecom jeweils 20 Prozent an
Japan Telecom und an deren Mobilfunktochter J-Phone. Damit hält Gent
jetzt 45 Prozent an Japan Telecom und 46 Prozent an J-Phone - und
kontrolliert beide Anbieter.
Vodafone füllt seine Kriegskasse
