Liberty weist Monopolvorwürfe zurück
Die Deutsche Telekom steht nach Angaben eines Sprechers von Liberty Media entgegen anderslautender Medienberichte unmittelbar vor dem Verkauf ihrer Fernsehkabelnetze in 13 Bundesländern an das US-Medienunternehmen.
Die Zeitung "Die Welt" zitierte Detlef Samland von der Agentur Kohtes&Klewes, die Liberty Media in Deutschland vertritt, mit den Worten: "Der Vertrag kann jetzt jeden Tag unterzeichnet werden."
Samland wies zugleich einen Bericht des "Handelsblatts" als falsch zurück, wonach Liberty Media mit dem Abbruch der Kaufverhandlungen drohe, solange es keine Zusagen des Bundeskartellamtes für weitere Übernahmen kleinerer Kabelnetzbetreiber gebe.
Samland nannte eine Kaufsumme für die sechs deutschen Kabelregionen von 5,5 Milliarden Euro und bestätiget damit die bisherigen Spekulationen.
UPC-Mutter unter MonopolverdachtKonzentration
Liberty kontrolliert unter anderem bereits den größten europäischen TV-Kabelnetzbetreiber United Pan-Europe Communications NV [UPC] über eine Beteiligung an dessen US-Muttergesellschaft UnitedGlobalCom.
Kartellrechtlich problematisch ist neben der geballten Marktmacht, dass Liberty nicht nur die Kabelnetze bereit stellt, sondern auch selbst als Anbieter von Inhalten auftreten kann.
Das Unternehmen ist unter anderem an AOL Time Warner und an News Corp. von Rupert Murdoch beteiligt.
Bei dem Telekom-Kabelnetz geht es um die sechs Regionen Hamburg/Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Bremen/Niedersachsen, Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen, Berlin/Brandenburg und Rheinland-Pfalz/Saarland. Rund zehn Millionen Haushalte sind in diesen Regionen an das TV-Kabelnetz angeschlossen.
