Automobil- wird zu einer IT-Industrie
Laut einer aktuellen Studie wird aus der Automobil- zukünftig auch eine IT-Industrie. Demnach sind beim Vertrieb und neuen Geschäftsmodellen E-Commerce-Strategien entscheidend, bei der Entwicklung vor allem Software-Kompetenz.
Insbesondere der harte Verdrängungswettbewerb in der Branche, der sich auch künftig fortsetzen wird, wird die Hersteller zu technischen Inovationen zwingen. Der Anteil von Elektronik und Software an den Herstellungskosten wird demnach in zehn Jahren von heute 22 Prozent auf 35 Prozent ansteigen.
Auf der anderen Seite soll das Auto "als Technologiemotor der Zukunft" zu weit reichenden Innovationen beitragen. Nach der Epoche der Informationstechnologie soll nun "das Jahrzehnt der Autoindustrie" anbrechen, formuliert die Studie dazu leicht pathetisch.
Die Studie wurde heute von der HypoVereinsbank und der Unternehmensberatung Mercer Management Consulting vorgestellt.
Mercer ManagementSchlüsselkompetenz Software
Die Zukunftschancen der Autohersteller werden sich in der Fähigkeit zu technischen Innovationen entscheiden, erklären die Marktforscher, die für die Studie 800 Unternehmen aus allen Bereichen der Automobilindustrie untersucht haben.
Da Elektrik und Elektronik immer mehr mechanische Bauteile verdrängen, werde insbesondere die Softwareentwicklung für die Hersteller immer wichtiger.
Um die Vielzahl der Elektronikkomponenten und Fahrzeugsysteme zu verknüpfen, wird die Softwareentwicklung sogar zur "Schlüsselkompetenz" im Fahrzeugbau: Verschiedene Bussysteme, Betriebssystem- und Applikationssoftware müssen intelligent miteinander verknüpft werden.
Der Automobil-Softwaremarkt soll bis zum Jahr 2010 mehr als 100 Milliarden Euro betragen.
Als Beispiel für "intelligente" Module des Autos nennt die Studie Nachtsicht in der Windschutzscheibe, aktive Fußgänger-Schutzprogramme "an der Stoßstange" oder digitale Kennzeichen. Ein extremes Beispiel für IT im Auto ist der virtuelle Beifahrer, den IBM-Forscher derzeit entwickeln. Er soll Autolenker durch "intelligente" Unterhaltung und Maßnahmen am Einschlafen hindern - immerhin wird jeder dritte Verkehrsunfall durch Übermüdung verursacht.
Virtueller Beifahrer unterhält AutofahrerB2B und B2C
Die Beziehung zwischen Händler und Zulieferer und die zwischen Händler und Endkunde werden sich zukünfitg an E-Commerce-Strategien orientieren.
Der Autokäufer soll dann nicht nur sein Fahrzeug am PC konfigurieren und bestellen können, sondern auch verfolgen, wie es Schritt für Schritt in der Fabrik entsteht.
Daneben wird durch die Vielzahl neuer Fahrzeugkonzepte und -Technologien die Basis für Geschäfte rund um intelligente Mobilitätslösungen geschaffen, zum Beispiel durch E-Commerce im Auto.
Die Kosteneinsparungen durch elektrionische Handelssysteme sollen sich entlang der automobilen Wertschöpfungskette auf durchschnittlich 790 Euro je Fahrzeug belaufen.
Internet-Automarktplatz von EU gebilligtChiptuning
Wie weit der Automobilbau schon digitalisiert ist, zeigen auch die "Chiptuner": Moderne Automotoren werden komplett durch Elektronik gesteuert. Industriestandard ist OBD II, der sich weltweit durchgesetzt hat und den sich auch die Chiptuner zu Nutze machen.
Der Vorteil der ODB-II-Systeme ist aus der Sicht der Tuner, dass immer ein bequemer Anschluss im Passagierraum besteht und dass nicht nur Diagnosewerkzeuge, sondern auch alle Motor-Kennlinien inkorporiert sind.
Motor-Software als Industriestandard
