Musikindustrie bleibt schwerfällig
Das Fazit der diesjährigen Musikmesse Popkomm kommt dem des letzten Jahres verwirrend nahe und zeigt eher wie schwerfällig die Musikindustrie ist als die immer wieder beschworene eigene Aktionsfähigkeit.
Es habe sich "der Wille gezeigt, die Herausforderungen des digitalen Musikvertriebs und der Piraterie ernsthaft" anzugehen, sagte Rascal Hüppe, Geschäftsleitungsmitglied des Veranstalters Musik Komm, nach der dreitägigen Messe, die am Samstag zu Ende ging.
"Uns war klar, dass es in diesem Jahr eine andere Popkomm wird, dass weniger gefeiert wird", sagte er weiter in einem dpa-Gespräch. "Die Musikindustrie ist mehr geerdet. Es gibt aber eine Aufbruchstimmung."
Popkomm 2001: Böse Brenner und GeschäftsmodelleDeja-Vu
"Die Internet-Euphorie des vergangenen Jahres ist jetzt verflogen" und sei einer realistischen Einschätzung der Situation gewichen.
"Die Musik wird zunehmend Teil einer Multimedia-Welt", meint Rüppe. In diesem Sinne werde sich auch die Popkomm verändern und stärker eine Entertainment-Messe mit dem Schwerpunkt Musik werden.
Die Zahl der Aussteller auf der 13. Popkomm lag bei 838, etwa zehn Prozent weniger als im Rekordjahr 2000, auch die Zahl der Fachbesucher ging um etwa 500 auf 16.922 zurück. Dies sei vor allem durch die Flaute in der Internetbranche zu erklären. Dafür habe die internationale Ausrichtung zugenommen. Erstmals kamen laut Rüppe mehr als die Hälfte der Aussteller aus dem Ausland.
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