US-Regierung gegen Microsoft-Taktik
In dem laufenden Kartellverfahren gegen Microsoft haben US-Staatsanwälte das zuständige Berufungsgericht aufgefordert, einen von dem Softwarekonzern beantragten Aufschub bei der Weitergabe des Falles an ein untergeordnetes Gericht abzulehnen.
Das Verfahren solle so schnell wie möglich an das Gericht abgegeben werden und nicht auf Eis liegen, verlangten das US-Justizministerium und 18 Bundesstaaten, die gegen Microsoft klagen.
Am Dienstag hatte Microsoft eine Überweisung des Verfahrens an das Oberste Gericht und zugleich einen Aufschub der regulären Weitergabe an das untergeordnete Bezirksgericht beantragt, nachdem das Berufungsgericht eine erneute Überprüfung des Falles abgelehnt hatte.
Microsoft will nicht schuldig seinIrrweg durch die Instanzen
Das Berufungsgericht hatte im vergangenen Monat zwar das Urteil zur Aufspaltung des Konzerns wegen Marktmissbrauch aufgehoben, zugleich aber die Auffassung der Vorinstanz bestätigt, wonach Microsoft den Code für seinen Internet-Browser Explorer illegal mit dem Codes seines Betriebssystems Windows verknüpft hat, um sein Monopol zu schützen.
Zugleich hatte das Berufungsgericht den Fall aber an das untergeordnete Gericht zurückverwiesen, damit dieses über mögliche Sanktionen gegen den Konzern entscheidet.
Microsoft spielt wegen Windows XP auf Zeit
Sollte das Berufungsgericht dem Antrag des Konzerns auf Aufschub
stattgeben, würde sich das Verfahren bis Oktober verzögern.
Kartellexperten hatten vergangene Woche spekuliert, Microsoft wolle
durch eine Überweisung des Falles an das Oberste Gericht die
erwarteten Sanktionen bis nach der Einführung des neuen
Betriebssystems Windows XP im Oktober hinauszögern.
Microsoft will "Kartellverfahren nicht beschleunigen"
