Selbstheilendes Computer-Netzwerk
IBM hat ein Programm vorgestellt, das künftig menschliches Wartungspersonal für Rechner entbehrlicher oder sogar überflüssig machen soll.
"Virtual Help Desk" kann angeblich mit einer gehörigen Portion künstlicher Intelligenz schriftliche Beschwerden aufnehmen und auch das Problem selbst beheben.
Dieses "Selbstheilungs- und Selbstdiagnose-Tool", wie IBM es nennt, ist das erste in einer Reihe von geplanten Automatisierungsprogrammen, die unter dem Projektnamen "eLiza" entwickelt werden.
Selbstheilende Server von IBMLetzter Ausweg SysAd
"Virtual Help Desk" wird "einige hunderttausend USD" kosten und ist für große Unternehmen gedacht, die mehr als 10.000 Rechner im Einsatz haben.
Die Benutzer können dabei ihre Probleme über einen Browser an das Programm melden, wie Kent Holcomb von IBM Global Services erklärt.
Dieses leitet dann automatisch die Reparatur ein - oder ruft einen Techniker, wenn das nicht gelingt.
Der Virtual Help Desk soll bis zu 20.000 Anfragen auf einmal bearbeiten können. Dabei laufen ständig Hintergrundprogramme, die die Funktionsfähigkeit der Rechner überprüfen. Das Symbol der IBM-Forscher ist ausgerechnet "HAL" aus dem Film "2001. A Space Odyssey".
IBM ResearchInvestitionen
"eLiza" ist nach Unternehmensangaben eines der ehrgeizigsten Projekte der IBM-Firmengeschichte. Mit Milliardeninvestitionen will Big Blue in den nächsten Jahren Server entwickeln, die sich selbst managen.
Um dieses Ziel zu erreichen, wird IBM in den nächsten Jahren 25 Prozent des Forschungsetats in das Projekt pumpen.
IBM stellt für das Projekt seine besten Köpfe ab. Mehrere hundert Forscher sollen in weltweit fünf Stützpunkten, darunter auch Böblingen, eLiza vorantreiben. Unter dem Dach der Initiative läuft auch der Supercomputer Blue Gene, der in der Genforschung zum Einsatz kommen soll.
