"Lion.cc wurde gnadenlos ausgehöhlt"
Sollte Lion.cc, die Internet-Tochter von Libro, diese Woche Konkurs anmelden müssen, könnte das ein Nachspiel bei Gericht haben.
Dies deutete die deutsche Mediengruppe WAZ, die 30 Prozent an Lion hält, in einem dreiseitigen Brief an alle Vorstände und Aufsichtsräte der Libro-Tochter an.
354 Millionen ATS verschoben
Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT berichtet, bezichtigt die WAZ
die Betroffenen, zu denen Ex-Libro-Chef André Rettberg, UIAG-Boß
Kurt Stiassny und der aktuelle Lion-Vorstand Heinz Lederer zählen,
354 Millionen ATS aus dem Vermögen des Löwenbabys zur allzu
hungrigen Mutter geschoben zu haben.
Ungewisses Schicksal für lion.ccCash-Pool ohne Vertrag
Die WAZ habe im März erfahren, heißt es in dem Schreiben, "... daß zwischen der Libro AG und der Lion.cc - ohne vertragliche Grundlage -ein Cash-Pool geführt wurde..."
"... Und auf diese Weise alle Zahlungen der WAZ ... in das Vermögen der Libro AG übergingen und [dort] zum Ausgleich von Verbindlichkeiten verwandt wurden."
Laut FORMAT zahlte der Medienriese aus Essen Anfang des Jahres 230 Millionen ATS in vier Tranchen cash bei Lion ein.
"Bei Libro den Deckel aus dem Desaster halten"
Der ausgeschiedene Lion-Vorstand Herbert Mayrhofer bestätigt
FORMAT gegenüber alle der inkriminierten Finanztransaktionen: "Um
bei Libro den Deckel aus das Desaster zu halten, wurden wir
gnadenlos ausgehöhlt."
Betrugsverdacht gegen lion.cc
