Juli-Löhne bei lion.cc gesichert
lion.cc, bisher nicht insolvenzverfangene Online-Tochter der seit einer Woche in Ausgleich befindlichen Libro AG, kann laut Auskunft von Vorstand Heinz Lederer die Juli-Löhne der noch 65 Beschäftigten bezahlen.
"Dafür haben wir vorgesorgt", sagte Lederer heute. Die aktuelle Cash-Burn-Rate liegt bei 15 Millionen ATS [1,09 Mio. Euro] im Monat.
Verkauf oder Konkurs
Der neue Vorstandssprecher von Libro, Werner Steinbauer, hatte
gestern in einem Pressegespräch erklärt, Libro werde die gefräßige
Löwen-Tochter nicht länger finanzieren. Sollte Lion nicht rasch
verkauft werden können, bleibe nur der Konkurs über die
Internet-Gesellschaft.
Ungewisses Schicksal für lion.cc60 Mio. ATS Warenverbindlichkeiten
Steinbauer hatte die Lieferantenverbindlichkeiten von lion.cc gestern mit 60 Mio. ATS beziffert. Als stark verschuldet gilt bzw. galt lion.cc allerdings bei der Mutter Libro.
Bankenverbindlichkeiten hat das Online-Unternehmen kaum. Angeblich wurden im Vorjahr Verluste mittlerer dreistelliger Millionenhöhe eingefahren. Offizielle Zahlen wurden bisher nicht genannt.
"Nachrangiges Darlehen"
Gleichzeitig mit der ersten offiziellen Bekanntgabe der enormen
Verluste und der binnen Jahresfrist verdoppelten Bankschulden der
Libro AG am 22. Mai 2001 hatte der [frühere] Libro-Vorstandschef
Andre Rettberg über eine Umwandlung der "Forderungen gegenüber der
Online-Tochter lion.cc in ein nachrangiges Darlehen" berichtet. Das
Darlehen laufe über einen sehr langen Zeitraum, "das ist quasi
Eigenkapital", so Rettberg damals.
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