Libro fliegt aus allen Indizes
Im Zuge der Einleitung des gerichtlichen Ausgleichsvefahrens hat Libro weitere 140 Mitarbeiter beim Frühwarnsystem vorsorglich zur Kündigung angemeldet.
Es handle sich dabei um eine reine Vorsorgemaßnahme, betonte das Unternehmen in einer Ad-hoc-Aussendung.
Bereits am 19. Juni sind 310 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet worden. Aus Sicht des Vorstandes sind aus heutiger Sicht keine weiteren Anmmeldungen im Rahmen des Frühwarnsystems zu erwarten. Insgesamt sind derzeit 450 von rund 3.000 Libro-Beschäftigten von einer möglichen Kündigung bedroht.
Libros ZukunftGehaltszahlungen verzögert
Die rund 3.000 Libro-Mitarbeiter müssen voraussichtlich bis zu zwei Wochen auf Junigehälter und Urlaubsgelder warten, sagte Handelsgewerkschafter Karl Dürtscher von der Gewerkschaft der Privatangestellten [GPA] heute.
Das Unternehmen darf vor Ausgleichseröffnung die offenen Junigehälter nicht mehr auszahlen. Diese werden erst nach entsprechender Frist vom Insolvenzausgleichsfonds [Pleitenfonds] übernommen.
Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die Gehaltszahlungen über ein Kreditinstitut zwischenfinanziert werden. Ab Juli muss dann wieder Libro die Gehälter zahlen.
Das Bieterkonsortium um den Internet-Unternehmer Werner Böhm [YLine] und den steirischen Industriellen Ernst Hofmann sieht sich bei Libro unterdessen noch immer nicht ganz aus dem Rennen.
YLine-Chef Böhm gibt nicht aufAus dem ATX
Für Libro wird heute Mittag beim Landesgericht Wr. Neustadt erwartungsgemäß der gerichtliche Ausgleich angemeldet. Mit der Eröffnung des Verfahrens sei, so der Kreditschutzverband von 1870 [KSV], ebenfalls noch heute zu rechnen.
Die Libro-Aktien werden mit 23. Juli 2001 aus sämtlichen Wiener Börsen-Indizes gestrichen.
Ausgeschlossen werden die Libro-Aktien aus dem ATX, dem Index der wichtigsten österreichischen Aktien, dem marktbreiten ATX 50, dem ATX 50 P und dem Wiener Wachstumsindex ViDX.
