27.06.2001

EU-MINISTERRAT

Bildquelle: orf online

Internet für alle EU-Bürger

Neben der Einigung über die "baldige" Einführung der Top Level Domain .eu gibt es von der Ratssitzung der EU-Telekom-Minister in Luxemburg am Mittwoch Abend ein weiteres Resultat.

Eine Richtlinie über den "Universaldienst und Nutzerrechte bei elektronischen Kommunikationsnetzen", über die grundsätzlich Einigung herrschte, sieht eine Art Garantie für alle EU-Bürger vor, zu erschwinglichen Preisen zu telefonieren oder im Internet zu surfen.

Industriefonds oder Steuern

Die Finanzierung der Telekom-Grundversorgung solle über einen Fonds sichergestellt werden, in den die beteiligten Unternehmen einzahlen, oder über eine Steuer, sagte ein Sprecher der EU-Kommission.

Die Neufassung der Datenschutz-Direktive, über die enorme Differenzen quer durch die Union bestehen, war offenbar noch nicht auf der Agenda.

Europaparlament am Zug

Als Nächstes muss nun das Europäische Parlament zur Ministereinigung Stellung nehmen.

Die Universaldienst-Richtlinie gehört zu einem Paket von Vorschlägen der EU-Kommission, mit dem die unterschiedlichen Rechtsregelungen im liberalisierten Telekom-Bereich harmonisiert und vereinfacht werden sollen.

Nach dem Willen der EU-Staats- und Regierungschefs soll die Reform bis Ende dieses Jahres unter Dach und Fach sein, um Anfang 2003 zu greifen. Seit der Telekom-Liberalisierung Anfang 1998 ist die Anzahl der Telekom-Anbieter in der Union auf rund 500 angestiegen.