Umstrittene Handy-Ortung bei max.mobil
"Für Überwachungszwecke durch die Polizei ist die Applikation völlig uninteressant", sagte Klaus Steinmaurer von max.mobil über den arg kritisierten, neuen Dienst "Friendfinder" am Dienstagabend zur FutureZone.
Wer Illegales vorhabe, werde sich bei einem GSM-Ortungsdienst wohl kaum freiwillig anmelden. Auf die geografischen Daten selbst habe die Polizei ohnehin bereits Zugriff, wenn ein diesbezüglicher Gerichtsbeschluss vorliege.
Für Schwerverbrecher
"Das Aufspüren von Personen mit eingeschaltenen Handys ist eine
GSM-Funktion, die bisher nur zum Auffinden von Schwerverbrechern
benutzt wurde", hatte Hans Zeger, Obmann der ARGE Daten, kritisiert.
max.mobil als "Großer Bruder"Man wird gewarnt
Außer einer von Siemens gelieferten "Datenbank für Communitys", deren Mitglieder die jeweiligen geografischen Positionen der anderen abrufen könnten, seien für den "Friendfinder" keinerlei neue Überwachungs-Applikationen in das GSM-Netz eingebaut worden.
Auch den Vorwurf, vor allem durch "weiße Listen" -mit jenen Gruppenmitgliedern, von denen sich der Benutzer orten lassen will - werde dem Spitzelwesen auf privater Ebene Vorschub geleistet, weist max.mobil zurück.
Der Benutzer werde durch ein Signal vorgewarnt, wenn ihn jemand lokalisieren wolle, und könne dieses Ansinnen auch abweisen.
Wenn Unternehmen orten wollen
Wie aber ist es, wenn die Geschäftsführung eines Unternehmens
ihre Firmenhandys mit dem Friendfinder ausrüsten lassen will -
allerdings ohne die Features "Abweisen" und "Warnton" und unter der
Auflage, dass alle Firmenhandys auf der "weißen Liste" stehen
müssten?
Die übrigen Angebote von max.mobilErhöhter Datenaufwand
"Das bekommen sie nur", sagte Steinmaurer, "wenn dafür eine schriftliche Zustimmung der Betroffenen oder eine Betriebsvereinbarung" vorliege.
So halte man es nämlich auch mit den Einzelgesprächsabrechnungen bei Firmenhandys: Wenn keine Zustimmung vorliegt, würden die letzten drei Stellen aller gewählten Nummern in der Abrechnung anonymisiert.
Um diesen neuen Dienst, der auf den Webpages von max offenbar [noch] nicht beworben wird, auch nutzen zu können, sind ein WAP-Handy und eine spezielle SIM-Card nötig, die den erhöhten Datenaufwand auch prozessieren kann.
