06.06.2001

FREUND & FIND

Bildquelle: ORF ON

Umstrittene Handy-Ortung bei max.mobil

"Für Überwachungszwecke durch die Polizei ist die Applikation völlig uninteressant", sagte Klaus Steinmaurer von max.mobil über den arg kritisierten, neuen Dienst "Friendfinder" am Dienstagabend zur FutureZone.

Wer Illegales vorhabe, werde sich bei einem GSM-Ortungsdienst wohl kaum freiwillig anmelden. Auf die geografischen Daten selbst habe die Polizei ohnehin bereits Zugriff, wenn ein diesbezüglicher Gerichtsbeschluss vorliege.

Man wird gewarnt

Außer einer von Siemens gelieferten "Datenbank für Communitys", deren Mitglieder die jeweiligen geografischen Positionen der anderen abrufen könnten, seien für den "Friendfinder" keinerlei neue Überwachungs-Applikationen in das GSM-Netz eingebaut worden.

Auch den Vorwurf, vor allem durch "weiße Listen" -mit jenen Gruppenmitgliedern, von denen sich der Benutzer orten lassen will - werde dem Spitzelwesen auf privater Ebene Vorschub geleistet, weist max.mobil zurück.

Der Benutzer werde durch ein Signal vorgewarnt, wenn ihn jemand lokalisieren wolle, und könne dieses Ansinnen auch abweisen.

Erhöhter Datenaufwand

"Das bekommen sie nur", sagte Steinmaurer, "wenn dafür eine schriftliche Zustimmung der Betroffenen oder eine Betriebsvereinbarung" vorliege.

So halte man es nämlich auch mit den Einzelgesprächsabrechnungen bei Firmenhandys: Wenn keine Zustimmung vorliegt, würden die letzten drei Stellen aller gewählten Nummern in der Abrechnung anonymisiert.

Um diesen neuen Dienst, der auf den Webpages von max offenbar [noch] nicht beworben wird, auch nutzen zu können, sind ein WAP-Handy und eine spezielle SIM-Card nötig, die den erhöhten Datenaufwand auch prozessieren kann.