Baubeginn für AT&S-Werk in China
Der am Frankfurter Neuen Markt notierte österreichische Leiterplattenhersteller AT&S will bis zu 6 Mrd. ATS [436 Mio. Euro] in China investieren, wenn die Nachfrage dies zulässt.
Das sagte AT&S-Vorstandsvorsitzender Willi Dörflinger am Samstag anlässlich der Grundsteinlegung für ein neues AT&S-Werk in Shanghai.
"Klon" des steirischen Stammwerks
Bereits für die nun eingeleitete erste Investitionsphase gibt das
steirische Unternehmen rund 145 Mio. Euro [knapp 2 Mrd. ATS] aus.
Für dieses Geld wird in den nächsten zwölf Monaten ein "Klon" des
Stammwerks in Leoben-Hinterberg im Süden der Wirtschaftsmetropole
auf die lediglich sprichwörtlich grüne Wiese gestellt.
AT&SSchwarze Zahlen ab 2004
In dem neuen Werk sollen ab Mitte 2002 moderne HDI-Microvia-Platten für die Handy-Industrie produziert werden. Die Technologie erlaubt eine hohe Dichte von Verbindungspunkten auf den Leiterplatten und damit die Herstellung besonders kleiner Mobiltelefone.
Ist 2004 der Vollausbau des Werks erreicht, werden in der Fabrik 750 Menschen Arbeit finden. Den Planungen entsprechend sollen zu diesem Zeitpunkt bereits schwarze Zahlen geschrieben werden.
Der projektierte Umsatz von knapp 2 Mrd. ATS soll etwa ein Fünftel des Planumsatzes in diesem Jahr ausmachen.
100 Millionen chinesische Mobiltelefonnutzer
Voraussetzung für eine solche starke Expansion ist freilich, dass
der chinesische Handymarkt weiter so rasant zulegt wie bisher.
Monatlich kommen in China rund 2,6 Mio. neue Handynutzer hinzu. Die
derzeit 100 Millionen chinesischen Mobiltelefonnutzer bedeuten eine
noch vergleichsweise geringe Marktdurchdringung von unter 10
Prozent.
Handy-Boom in AsienVon der Krise erfasst
Dass der Abschwung im Telekom-Bereich an AT&S nicht spurlos vorübergeht, hat diese Woche die Meldung gezeigt, wonach im deutschen Werk in Augsburg kurzgearbeitet werden muss.
Auftragsrückgänge bei Handy-Großkunden wie Siemens seien aber bereits in den für heuer nach unten korrigierten Prognosen enthalten, sagte Sommerer.
Die Anfang April bekannt gegebenen Prognosen für 2001/2002 werden aus derzeitiger Sicht jedenfalls halten, unterstrich Sommerer.
Die auf 30 Prozent Umsatzwachstum und 0,9 Euro Gewinn pro Aktie angesetzten Schätzungen für das laufende Geschäftsjahr waren unter den Markterwartungn gelegen und hatten Kursverluste von etwa 30 Prozent ausgelöst.
Analystenschelte und Optimismus
