13.04.2001

WACHSTUM

Bildquelle: at&s

Analystenschelte und Optimismus

Der Leiterplattenhersteller AT&S will ungeachtet der andauernden Ungewissheit auf dem Telekommunikationsmarkt ab 2002 wieder volle Fahrt aufnehmen, mit dem Ziel, etwa ab 2005 mit 1,3 Milliarden Euro Umsatz in die Top Ten der Branche aufzusteigen.

Das bekräftigte der Vorstandsvorsitzende des steirischen Handy-Zulieferers, Willi Dörflinger, am Donnerstagabend vor Journalisten. Nach dem Kurssturz von vergangener Woche fühlt sich der einstige "Darling" des Frankfurter Neuen Markts von Anlegern und Analysten stiefmütterlich behandelt.

Aufwärts ab Q3 2001

Dörflinger räumte freilich ein, dass die Absatzprognosen für Handys nun überall drastisch zurückgestutzt würden und dass sich daraus ein spürbarer Druck auf die Leiterplattenpreise entwickle. "Wir haben an das Wachstum der Märkte geglaubt und haben uns dabei geirrt, und zwar zusammen mit allen unseren großen Kunden."

Fabrik-Klon in China

Eine zentrale Rolle in der Wachstumsstrategie des Unternehmens spielt der chinesische Handy-Markt, der pro Monat um 2,5 Millionen Stück wächst.

Mitte Mai beginnt AT&S in Shanghai mit dem Bau einer hochmodernen Fabrik, eines "Klons" des zweiten Stammwerks in Leoben-Hinterberg. Über Shanghai sollen die internationalen Originalproduzenten, die sich in China angesiedelt haben, mit modernen Leiterplatten versorgt werden.

Angesichts der aus Asien herbeieilenden Konkurrenz "stehen wir bereits unter Zeitdruck, uns zu positionieren", sagte Dörflinger. Die Investition soll im Endausbau bei 750 Beschäftigten zwei Milliarden ATS Umsatz machen und 2004 bereits "ordentlich Geld einspielen", so Dörflinger.

AT&S hat sich in Shanghai genug Grund zugelegt, um bei Bedarf zwei baugleiche Leiterplattenwerke neben die erste Fabrik zu setzen.