Seifenopern kommen aufs Handy
Ein neuer Ansatz um Handys zum Unterhaltungsmedium zu machen, etabliert sich derzeit in Deutschland: SMS-Seifenopern, also Fortsetzungsgeschichten, die täglich kostenpflichtig in mehreren "Folgen" ausgesandt werden.
Die derzeit zwei SMS-Soaps erreichen schon jetzt die Mehrheit der deutschen Mobilkunden [T-D1, D2 Vodafone und E-Plus] und demnächst sollen alle deutschen Handy-Besitzer Zugriff auf die mobile Seife haben.
Materna, ein Unternehmen das mobile Anwednungen entwickelt und für E-Plus eine SMS-Soap gestaltet hat, steht zudem in Verhandlungen mit verschiedenen britischen TV-Sendern, die das Konzept als Begleitmedium für neue Serien einsetzen wollen.
Ausdrucksstark
Nachdem SMS in den letzten Jahren durch die strikte Begrenzung
auf 160 Zeichen und die Widrigkeiten der Eingabe via Handy schon
eigene Schrift- und Ausdrucksstile hervorgebracht hat, wurden die
Kurznachrichten unlängst auch von der britischen Zeitung "The
Guardian" zur Literatur-Gattung erhoben. Die Zeitung hat einen
Wettbewerb ausgeschrieben, der durch den Ruf des "Guardian"
SMS-Literatur einen Etablierungsschub verpassen sollte.
SMS wird als Literaturgattung etabliertAusbaufähig
Die Mobilnetzbetreiber werden in den nächsten Jahren in zunehmendem Maß gezwungen sein, Datendienste zu verkaufen, da einerseits die Sprachtelefonie immer unrentabler wird und andererseits die steigenden Übertragungsraten ausgenutzt werden müssen, um die hohen Investitionskosten für die GPRS- und UMTS-Netze zu decken.
Die SMS-Soaps könnten dabei ein ausbaufähiger Ansatz sein. Zunächst vor allem als Begleitmedium für TV-Serien, ein Konzept dass sich im Zusammenspiel zwischen TV und Internet schon fest etabliert hat.
Zum anderen durch die Ausweitung der reinen SMS-Serien durch Bilder, die zu den einzelnen Folgen versandt werden. Dabei könnte einerseits der Versand von Handylogos als Vorbild dienen aber auch der von WAP-Erotikbildern, der sich trotz der dürftigen Auflösung derzeit für Sites wie "SexWaps" zu einem ernstzunehmden Geschäft entwickelt.
Für die WAP-Erotik-Sites gelten selbstredend trotz der Beschränkung in der Auflösung die gleichen Altersbeschränkungen wie für andere vergleichbare Angebote im Netz.
MaternaSeife kostet
Materna hat für E-Plus eine Seifenoper entwickelt, die seit Anfang des Monats kostenlos bezogen werden kann, ab dem 1.Juni wird eine Folge, die aus drei SMS besteht, rund 20 Euro-Cent kosten.
Das "Mobil-Portal" "zed", eine Tochter der finnischen Sonera, bietet schon seit Anfang April den Kunden von T-D1 und D2 Vodafone die Soap "Beasty zeds" an, hier besteht eine Folge aus zwei SMS, für die 25 Euro-Cent gezahlt werden müssen.
Beide Serien können entweder einzeln abgerufen oder abonniert werden.
Bei E-Plus-Sopa spielt in einer Werbeagentur, die "Beasty zeds" sind eine Hiphop-Gruppe vor dem Aufstieg.
Die E-Plus-Soap
