SMS wird als Literaturgattung etabliert
Nachdem SMS in den letzten Jahren durch die strikte Begrenzung auf 160 Zeichen und die Widrigkeiten der Eingabe via Handy schon eigene Schrift- und Ausdrucksstile hervorgebracht hat, werden die Kurznachrichten jetzt von der britischen Zeitung "The Guardian" zur Literatur erhoben.
Die Zeitung hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, der durch den Ruf des "Guardian" SMS-Literatur als Gattung einen Etablierungsschub verpassen sollte.
Im deutschsprachigen Raum veranstaltet derzeit der kleine Uzzi-Verlag ebenfalls einen SMS-Literatur-Wettbewerb, bei dem morgen der Einsendeschluss ist.
"SMS - Literatur auf kleinstem Raum" soll kein Handy-Wettbewerb, sondern ein "echter" Literaturwettbewerb sein. In den Wettbewerbskategorien "Liebe", "Literatur" und "Spaß" können noch bis morgen eigene Werke eingereicht werden. Die Gewinner werden am 1. Juni bekannt gegeben. Das Preisgeld beträgt allerdings nur 80 Euro.
Wettbewerb des Uzzi-VerlagesPrize 4 Txt Mssg
Der "Guardian" bürgt aber nicht nur mit seinem guten Namen für die Seriosität der Gattung "SMS-Literatur", sondern vergibt auch ein ordentliches Preisgeld von rund 1.600 Euro.
Unter den Einsendungen werden von einer Jury aus namhaften britischen Kritikern und Literaten sieben Gewinner ermittelt, deren SMS-Werke dann an alle Teilnehmer gesendet werden.
Stilistisch sind den Einsendungen beim "Guardian"-Wettbewerb keine Grenzen gesetzt, natürlich sind auch alle Sonderzeichen erlaubt.
Wettbewerb des "Guardian"Vom Untergang zur Kunstform
Bisher galten die Kurzformen und Stile, die das Medium SMS hervorgebracht hat, allerdings eher als Gefahr für die Schriftsprache.
So warnte erst letzte Woche der philippinische Erziehungsminister, dass die bei SMS häufig benutzten Abkürzungen in die Schriftsprache einfließen und damit die Fähigkeit zum korrekten Buchstabieren beeinträchtigen könnten.
SMS löst Kulturschock aus
